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EMMEN: Vergewaltigung in Emmen: Opferfamilie fordert Gesetzesänderung

Nach dem Vergewaltigungsfall in Emmen ist es für Nationalrat Albert Vitali Zeit, das DNA-Profil-Gesetz zu modernisieren. Das fordert nun auch auch die Opferfamilie der 26-jährigen Frau.
Beim Dammweg in Emmen wurde am 21. Juli 2015 eine 26-jährige Frau vergewaltigt. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Beim Dammweg in Emmen wurde am 21. Juli 2015 eine 26-jährige Frau vergewaltigt. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Mit einer Motion fordert der Luzerner Nationalrat Albert Vitali, dass der Bund das DNA-Profil-Gesetz anpasst. Die Strafverfolgungsbehörden sollten nicht nur die nichtcodierenden DNA-Abschnitte entschlüsseln können, sondern auch die codierenden. Das heisst, sie könnten nicht nur wie bisher Angaben zum Geschlecht des Täters eruieren, sondern auch Informationen etwa zu dessen Haarfarbe, Augenfarbe, Hautfarbe oder Statur (wir berichteten»).

Ins gleiche Horn bläst nun auch die Familie des Vergewaltigungsopfers von Emmen. Die Mutter der 26-Jährigen forderte am Mittwochabend in der SRF-Sendung «Rundschau» ein rasches Umdenken: «Es löst grosses Unverständnis aus, wenn man als Betroffene weiss, dass man die DNA des Täters hat, diese aber nicht verwenden darf, um den Täter zu finden.» Nicht auszudenken sei, wenn der Täter sich an einem weiteren Opfer vergehen würde.

Unterstützung bekommt die Familie des Opfers von Strafrechtprofessor Daniel Jositsch. Er sieht dringenden Handlungsbedarf in der schweizerischen Gesetzgebung: «Die Strafverfolgungsbehörden sollen alle technischen Möglichkeiten zur Verfügung haben, die denkbar sind», sagt er im «Rundschau»-Beitrag. Jositsch widerspricht Datenschützern, welche in einer vertieften DNA-Analyse bei schweren Straftaten eine Schwächung des Datenschutzes sehen: Damit öffnet man nur einen kleinen Spalt und zwar genau den, der notwendig ist um solche Täter zu finden.

Der Vergewaltigungsfall von Emmen zeigt ein Dilemma der geltenden Gesetzgebung auf. Während eine DNA-Massen-Untersuchungen bei 371 unbescholtenen Männern zulässig sind, verbietet das Gesetz die vertiefte Analyse der sichergestellten DNA des Täters. Gleichzeitig werten die Fahnder Tausende von Mobiltelefondaten unbeteiligter Passanten aus.

Um die Vergewaltigung einer jungen Frau in Emmen im Juli 2015 aufzuklären, wurden 371 Männer zur Abgabe ihrer DNA-Probe aufgefordert. Nach wie vor sind einzelne Speichelabstriche ausstehend (wir berichteten»).

pd/rem

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