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EMMEN: Vier Linke buhlen um freien Sitz

Die SP will den frei werdenden Gemeinderatssitz von Susanne Truttmann (SP) am 10. Juni verteidigen. Die Grünen machen ihr nun mit prominenten Kandidaten Konkurrenz.
Robert Knobel
Monique Frey (52), Kantonsrätin Grüne: «Seit Jahrzehnten gestalten wir mit. Jetzt wollen wir Verantwortung übernehmen.» (Bild: PD)

Monique Frey (52), Kantonsrätin Grüne: «Seit Jahrzehnten gestalten wir mit. Jetzt wollen wir Verantwortung übernehmen.» (Bild: PD)

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Anfang Jahr hat die Emmer Gemeinderätin Susanne Truttmann (SP) ihren Rücktritt per Ende August bekannt gegeben. Seither dreht sich das Kandidatenkarussell für die Ersatzwahl vom 10. Juni – zumindest bei den Linken, die ihren einzigen Sitz im Gemeinderat Emmen verteidigen wollen. Bei der SP haben sich die beiden Einwohnerräte Brahim Aakti (37) und Judith Portmann (39) um eine Kandidatur beworben. Definitiv nominieren wird die Partei am 8. März.

Inzwischen ist auch klar, dass die SP ihren Sitz nicht kampflos wieder besetzen kann. Von den bürgerlichen Parteien gibt es bisher zwar keine Signale, dass man den linken Sitz angreifen würde. Doch die Grünen sind gewillt, ins Rennen zu steigen. Und sie haben durchaus einen strategischen Vorteil gegenüber der SP. Denn die Grünen präsentieren zwei äusserst prominente Bewerber: Andreas Kappeler (34), Fraktionschef im Emmer Einwohnerrat, sowie Monique Frey (52), Fraktionschefin der Grünen im Kantonsrat. «Seit Jahrzehnten machen wir Grünen in Emmen Politik, wir gestalten mit – und jetzt wollen wir auch im Gemeinderat Verantwortung übernehmen», fasst Monique Frey ihre Motivation zusammen. Sie würde von ihrem politischen Background her ins vakante Bildungsdepartement passen. Schliesslich war sie Mitglied der kantonalen Bildungskommission und hat im Kantonsrat mehrere Vorstösse zum Thema eingereicht. «Bildung ist unser Rohstoff. Dabei denke ich auch an die Migranten. Mit einer guten Bildung können sie viel zur Entwicklung unserer Wirtschaft beitragen.» Dass sie zurzeit vor allem in der kantonalen Politik engagiert ist, sieht Monique Frey nicht als Manko: «Ich wohne seit 12 Jahren in Emmen und bin hier verwurzelt. Auch bei der Boden-Initiative habe ich mich stark engagiert.»

Was ist der Unterschied von SP und Grünen?

Ein klassischer Gemeindepolitiker ist Freys Mitbewerber Andreas Kappeler. Für sein Alter von 34 Jahren hat er schon viele Instanzen der Gemeindepolitik durchlaufen: Fraktionschef, Einwohnerratspräsident (2014/15) –und bald Gemeinderat? Die politische Karriere sei bei seinem Entscheid nicht im Vordergrund gestanden, sagt Kappeler. Vielmehr seien die Emmer Grünen schon seit längerem daran, nach aussichtsreichen Gemeinderats-Kandidaten Ausschau zu halten. «In der Gemeinde Emmen gibt es noch viel Potenzial, das der aktuelle Gemeinderat längst nicht ausschöpft», sagt Kappeler. Was unterscheidet die Grünen von der mitregierenden SP? «Wir gewichten ökologische Themen stärker», sagt Kappeler.

Das sieht sein Mitbewerber von der SP, Brahim Aakti, ähnlich. «Ich bin zwar auch grün, aber noch mehr bin ich links.» Das Soziale stehe bei ihm im Fokus, sagt Brahim Aakti, der als 11-Jähriger von Marokko in die Schweiz kam. Die Migrationspolitik sei ihm wichtig, «doch dies war nie der Hauptgrund für mich, in die Politik zu gehen». Der 37-jährige Maschineningenieur hat bis 2015 im Krienser Einwohnerrat politisiert und wurde nach seinem Umzug nach Emmen gleich in den Emmer Einwohnerrat gewählt. Denn «ich bin ein Emmer», wie Aakti sagt. Er ist hier zur Schule gegangen und auch in seiner Krienser Zeit dem LC Emmenstrand immer treu geblieben. Heute ist er Präsident des Leichtathletikclubs. Zudem hat er zusammen mit seiner Frau in Emmen ein Haus gekauft. Am Gemeinderatsamt reizt ihn die strategische Ebene. «Hier kann man mehr bewirken als im Parlament.»

Investoren sollen an die Infrastruktur mitzahlen

Ganz frisch in der Politik ist die zweite SP-Bewerberin Judith Portmann. 2017 ist sie in den Einwohnerrat nachgerückt. Die kurze politische Karriere sei kein Nachteil, betont sie. Im Gegenteil. «Ich bringe neuen Schwung in die Politik und trage dazu bei, gewisse Dinge von einer anderen Seite her zu betrachten.» Konkrete Ideen hat sie bereits, vor allem in der Finanzpolitik, wo es gelte, «endlich wegzukommen vom ewigen Sparen». So könnte man die Liegenschaftssteuer wieder einführen. Und die vielen Investoren, die Emmen zurzeit rasant wachsen lassen, will Portmann stärker in die Pflicht nehmen. «Es kann nicht sein, dass sie grosse Gewinne machen, die Allgemeinheit aber dann für den Ausbau der Infrastruktur aufkommen muss.» Judith Portmann hat einen Teil ihrer Kindheit in Emmen verbracht und wohnt und arbeitet seit einigen Jahren wieder hier. Sie ist Teamleiterin im Betagtenzentrum Emmenfeld.

Die aktuelle Vakanz betrifft nicht nur den einzigen linken, sondern auch den einzigen weiblichen Sitz. Wie wichtig ist es, dass weiterhin eine Frau im Gemeinderat politisiert? Für Judith Portmann ist dies zweitrangig. Wichtiger sei, dass neue und jüngere Kräfte ans Ruder kommen. Auch Andreas Kappeler sagt: «Es ist ja nicht immer nur an den Linken, eine Frau zu stellen.» Monique Frey sagt derweil: «Eine echte Frauenvertretung wäre, wenn mindestens zwei von fünf Gemeinderäte Frauen wären.»

Andreas Kappeler (34), Einwohnerrat Grüne: «Wir gewichten ökologische Themen stärker.» (Bild: PD)

Andreas Kappeler (34), Einwohnerrat Grüne: «Wir gewichten ökologische Themen stärker.» (Bild: PD)

Brahim Aakti (37), SP-Einwohnerrat: «Ich bin zwar auch grün, aber noch mehr bin ich links.» (Bild: PD)

Brahim Aakti (37), SP-Einwohnerrat: «Ich bin zwar auch grün, aber noch mehr bin ich links.» (Bild: PD)

Judith Portmann (39), SP-Einwohnerrätin: «Ich bringe neuen Schwung und trage dazu bei, Dinge von einer anderen Seite her zu betrachten.» (Bild: PD)

Judith Portmann (39), SP-Einwohnerrätin: «Ich bringe neuen Schwung und trage dazu bei, Dinge von einer anderen Seite her zu betrachten.» (Bild: PD)

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