EMMEN: Von der Coiffeuse zur höchsten Emmerin

Ruth Heimo-Diem wird morgen zur neuen Einwohnerratspräsidentin gewählt. Sie sucht vor allem den Kontakt zur Bevölkerung.

Olivia Steiner
Merken
Drucken
Teilen
Ruth Heimo-Diem (FDP) auf dem Areal des ehemaligen Schindlerdörflis in Emmenbrücke, wo sie aufgewachsen ist. Auf dem Gelände entsteht derzeit eine neue Riesenüberbauung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Ruth Heimo-Diem (FDP) auf dem Areal des ehemaligen Schindlerdörflis in Emmenbrücke, wo sie aufgewachsen ist. Auf dem Gelände entsteht derzeit eine neue Riesenüberbauung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Pünktlich zum 10-Jahr-Jubiläum als Einwohnerrätin wird die FDP-Politikerin Ruth Heimo-Diem (56) heuer Präsidentin des Emmer Gemeindeparlaments. 2004 trat sie in den Rat ein, 2011 bis 2013 folgte das Amt als Fraktionschefin – und morgen Dienstag wird sie zur höchsten Emmerin gewählt. Sie sagt: «Es ist eine grosse Ehre für mich, und ich freue mich sehr darüber.»

Im Schindlerdörfli aufgewachsen

In ihrem Präsidialjahr hat sich Heimo vorgenommen, Emmen positiv nach aussen zu vertreten und vor allem den Kontakt zur Bevölkerung zu pflegen. «Ich wünsche mir viele gute und spannende Begegnungen und Einblicke in bisher unbekannte Bereiche.» Deshalb ermuntert Heimo Emmer und Emmerinnen auch dazu, sich mit Anliegen bei ihr zu melden.

Heimo ist stark mit Emmen verwurzelt. Im ehemaligen Schindlerdörfli aufgewachsen, hat sie bislang ihr gesamtes Leben in der Gemeinde verbracht und in verschiedenen Quartieren gelebt. Viele Jahre hat sie etwa im Benziwilquartier gewohnt, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann drei inzwischen erwachsene Kinder grossgezogen hat. «Zu dieser Zeit engagierte ich mich im Quartierverein und rutschte so in die Politik.» Dies unter anderem durch den Einfluss eines damaligen Einwohnerrats, der sich von Heimo – ursprünglich gelernte Coiffeuse – die Haare schneiden liess. «Während einer Diskussion beim Haareschneiden sagte er zu mir: ‹Du bist ja doch ständig am Politisieren, geh doch in die Politik.›» Und so kam es, dass Heimo in die Fussstapfen ihres Vaters trat: Auch er war ein aktives Parteimitglied der FDP Emmen.

Heimo war über 20 Jahre lang auf ihrem angestammten Beruf tätig – «mit Leib und Seele», wie sie sagt. 40-jährig hat sie die Handelsschule und später zusätzliche Weiterbildungen in Angriff genommen und arbeitet heute als Immobilienfachfrau.

Am linken Rand der FDP

«Ich reisse gerne neue Dinge an», so die energiegeladene Frau. Entsprechend aktiv ist Heimo auch in ihrer Freizeit. «Sport ist ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben. Ich liebe es, am Morgen an die frische Luft zu gehen.» Eine besondere Bedeutung hat dabei auch der Pilatus, denn Heimo geht regelmässig in die Berge, geht biken, joggen, schwimmen und fährt auch mit dem Velo nach Luzern zur Arbeit – bei jedem Wetter. Etwas, was man eigentlich eher den Grünen zuschreibt? Lachend meint Heimo: «Ich bin zwar eher am linken Rand der FDP, aber das sind doch Klischees.» Etwas zu bewegen, ist ein wichtiger Grund für Heimo, sich zu engagieren – so seit einigen Jahren auch im Vorstand des Quartiervereins Alp.

Heimo hat schon viele Veränderungen in der Gemeinde Emmen erlebt. Die aktuelle Entwicklung mit zahlreichen Grossprojekten wie dem Seetalplatz, der Viscosistadt oder der Feldbreite ist dennoch speziell. «Mir liegen Emmen und die Zukunft der Gemeinde sehr am Herzen, und wir fällen jetzt Entscheide, die über Jahrzehnte hinaus Auswirkungen haben.» Entsprechend ist Heimo auch im Einwohnerrat stets um Lösungen bemüht und zur überparteilichen Zusammenarbeit bereit. «Nur so kann Emmen vorwärtskommen.»

Parteipolitik wird nun sowieso in den Hintergrund treten müssen – Aufgabe einer Einwohnerratspräsidentin ist die Vertretung des gesamten Parlaments nach aussen. Ihren Sitz in der Bau- und Verkehrskommission gibt Heimo ab. Ihr Nachfolger ist noch nicht bekannt.

Als neuen Vizepräsidenten des Emmer Einwohnerrates hat die CVP Tobias Käch (28) nominiert.