Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EMMENBRÜCKE: «Das MAZ gehört zu Luzern»

30 Jahre Journalistenschule und ein neuer Direktor: Über 400 Gäste feierten dies gestern Abend. Bundesrätin Doris Leuthard schlug auch kritische Töne an.
Mirjam Weiss Mirjam Weiss
Die abtretende MAZ-Direktorin Sylvia Egli von Matt übergab gestern die Leitung an ihren Nachfolger Diego Yanez (hinter dem Pult) im Kreise von MAZ-Dozenten. (Bild Corinne Glanzmann)

Die abtretende MAZ-Direktorin Sylvia Egli von Matt übergab gestern die Leitung an ihren Nachfolger Diego Yanez (hinter dem Pult) im Kreise von MAZ-Dozenten. (Bild Corinne Glanzmann)

Der Ort der Feier war kein Zufall: «Die Viscose war eine Vorzeigefirma der Region, und hier spürt man den alten Geist und auch das Neue. Das passt zum MAZ», sagte die abtretende MAZ-Direktorin Sylvia Egli von Matt gestern Abend in der Viscose Eventbar in Emmenbrücke. Mehr als 400 Gäste waren gekommen, um das 30-Jahr-Jubiläum des MAZ, der Schweizer Journalistenschule in Luzern, zu feiern. Gleichzeitig übergab Sylvia Egli von Matt gestern offiziell die Leitung des MAZ an ihren Nachfolger Diego Yanez. Nicht ganz 30, sondern 25 Jahre lang war Sylvia Egli von Matt als Studienleiterin und Dozentin am MAZ tätig gewesen, die letzten 15 Jahre als Direktorin. Iwan Rickenbacher, Stiftungsratspräsident des MAZ, ehrte sie als «Menschenfreundin» mit einer sehr hohen Kompetenz und Unabhängigkeit. Was sie aus all den Jahren mitnehme, sei vor allem die Erkenntnis, «dass der Journalismus immer noch ein Beruf ist, der faszinierende Personen anzieht, die nicht vom Geld bestimmt sind, sondern die mit Leidenschaft die Welt erklären wollen», sagte Sylvia Egli von Matt. Bei ihrem Nachfolger Diego Yanez habe sie schon nach wenigen Tagen gespürt, dass er der Richtige für diese Aufgabe sei. «Ich habe weiche Knie angesichts der grossen Fussstapfen, in die ich trete», entgegnete dieser. Aber er freue sich auf die Herausforderung. «Am MAZ wird Qualität aktiv gefördert. Dafür danke ich Sylvia.»

«Noch immer ein Traumberuf»

Auch Bundesrätin Doris Leuthard dankte Sylvia Egli von Matt für ihre Verdienste am MAZ. «Sie waren immer offen für Neues und haben auch schwierige Themen angerissen», sagte die Medienministerin. Eben um solch schwierige Themen ging es auch in ihrer Festrede, in der sie den Journalismus in der Schweiz unter die Lupe nahm. «Für viele ist Journalismus noch immer ein Traumberuf, aber dieser befindet sich in einem Strukturwandel, dessen Ende nicht in Sicht ist.» Die heutigen technischen Möglichkeiten erlaubten einen neuen Umgang mit Informationen. Jeder könne sich diese Informationen häppchenweise herauspicken. «Aber wenn die Bürger nur noch solche Info-Häppchen konsumieren, ist das der Demokratie abträglich, denn dies fördert Halbwahrheiten und Vorurteile.» Weitere Folgen der Entwicklung in der Medienlandschaft seien unter anderem das Zeitungssterben und eine Vereinheitlichung der Informationen. Einen echten publizistischen Wettbewerb gebe es heute nur noch in den Kantonen Zürich und Tessin. «Ich möchte bissige, unabhängige Medien, die den Finger in die Wunde legen und der Gesellschaft den Spiegel vorhalten», so Leuthard. Die Medienministerin stellte auch die Frage nach einem staatlichen Förderkonzept für die Schweizer Medien in den Raum. Eine neu geschaffene Medienkommission beschäftige sich unter anderem mit dieser Frage. «Wenn wir zu direkten Fördermitteln gehen wollen, braucht es allerdings eine neue Verfassungsgrundlage», sagte Leuthard.

Luzern soll Sorge zum MAZ tragen

Weitere Gratulanten an der gestrigen Feier waren unter anderem der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss und Stadtpräsident Stefan Roth.«Das Gemeinwesen braucht eine fundiert-kritische Begleitung durch ausgebildete Journalisten», hielt Roth fest. Nicht zuletzt deswegen sei die Stadt dazu verpflichtet, Sorge zum MAZ zu tragen. «Das MAZ gehört zu Luzern», betonte Reto Wyss. «Darauf sind wir stolz.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.