EMMENBRÜCKE: Ein soziales Netzwerk für Daten-Bewusste

Ein Luzerner hat eine Facebook-Alternative entwickelt. Mit einem entscheidenden Unterschied.

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Ajdin Zutic, der Entwickler von Dubtap. (Bild: PD)

Ajdin Zutic, der Entwickler von Dubtap. (Bild: PD)

mim. Nein, der Mark Zuckerberg aus Emmenbrücke ist er nicht. Oder zumindest noch nicht. Ajdin Zutic hat aber eines gemeinsam mit dem Facebook-Gründer: Beide wollen die Menschen vernetzen und dafür sorgen, dass Wissen kostenlos geteilt wird. Doch damit hat es sich bereits mit den Gemeinsamkeiten. Während Zuckerberg dank den Daten von Facebook-Nutzern Milliarden an Werbe-Einnahmen angehäuft hat, verfolgt der 23-jährige Zutic mit seinem eigenen Online-Netzwerk keine kommerziellen Pläne. Sein Ziel ist ein anderes.

Daten gehören den Nutzern

Zutic arbeitet seit sieben Jahren an der Entwicklung des sozialen Netzwerks Dubtap.ch. Als er 17 Jahre alt war, im August 2009, ging die Seite erstmals online, damals noch unter einem anderen Namen. Erst ein Vorfall vor zwei Jahren motivierte ihn dazu, sein Projekt intensiver anzugehen. Er hatte versucht, Bilder von sich auf Facebook zu löschen – was eineinhalb Jahre dauerte. So wurde ihm bewusst, dass ihm die eigenen Bilder gar nicht gehören. Daraufhin machte er sich an die Arbeit, um Dubtap auszubauen.

Als kleine Luzerner Version von Facebook will Zutic die Plattform nicht verstanden wissen. «Wir sind ein soziales Netzwerk, das auf dich hört», schreibt Dubtap über sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Will heissen: «Auf unserer Plattform haben die Nutzer die Kontrolle über ihre Daten», sagt Zutic. Die Daten sind bei einem Internet-Provider in Basel gespeichert und werden weder für Werbung verkauft noch mit Dritten geteilt, verspricht Zutic.

Der Name Dubtap setzt sich aus Dubben und Tappen zusammen, was so viel heisst wie Synchronisieren und Fixieren. Ausdrücke, die eher technikaffinen jungen Männern geläufig sind. Und es ist vor allem diese Klientel, die heute auf der Online-Plattform aktiv ist. Das Interesse der Nutzer gilt vor allem dem Gaming-Bereich. Im Unterschied zu gängigen Social-Network-Plattformen können Dubtap-Nutzer mitentscheiden, wie sich die Seite verändern soll. Neue Funktionen oder Design-Änderungen werden in der Community besprochen. Neben Zutic arbeiten acht Personen ehrenamtlich an der Plattform; sie schreiben vor allem Game-Reviews. Lohn bezieht niemand von ihnen. 520 Nutzer haben sich bisher bei Dubtap registriert. Das ist wenig, doch Zutic geht es nicht um Wachstum um jeden Preis. Geld verdient Zutic mit der Plattform auch keines. «Ich will mit Dubtap vor allem Erfahrungen in der Software-Programmierung sammeln.» Seit er 12 Jahre alt ist, verbringt Zutic einen grossen Teil seiner Freizeit mit Programmieren. Ziel sei es, künftig im Bereich Software-Entwicklung tätig zu sein. Heute arbeitet der gelernte Sanitär als Support Engineer bei einem Zürcher Internet-Provider.

Erfahrungen sammeln

Zunächst soll nun am kommenden Freitag eine komplett überarbeitete Version online gehen. Irgendwann mal möchte Ajdin Zutic zudem auch noch Smartphone-Apps für die gängigsten Betriebssysteme entwickeln, um so mehr über App-Entwicklung lernen zu können. Doch schon die Website allein gibt genug zu tun: Mindestens 25 Stunden pro Woche arbeitet Zutic an Dubtap. Selbstverständlich in seiner Freizeit.