EMMENBRÜCKE: Neuer Seetalplatz erhält ein Gesicht

Nachdem die Arbeiten am neuen Verkehrsknotenpunkt fertig sind, sollen am Seetalplatz nun Wohn- und Geschäftsbauten in die Höhe wachsen. Als Erstes ist das Areal rund ums Kino Maxx an der Reihe.

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Das Projekt «Metropolis» von der Gerliswilstrasse her gesehen. (Bild: Visualisierung: nightnurse images GmbH)

Das Projekt «Metropolis» von der Gerliswilstrasse her gesehen. (Bild: Visualisierung: nightnurse images GmbH)

«Metropolis» heisst das erste Bauprojekt, das auf dem neu gestalteten Seetalplatz in Emmenbrücke entstehen wird. Der auf rund 30 000 Quadratmetern geplante Gebäudekomplex besteht aus drei Neu- und Anbauten am bestehenden Kino Maxx. Diese bieten Platz für 170 Wohnungen, Büros, Läden und Gastronomiebetriebe – sowie für sechs zusätzliche Kinosäle inklusive Kinofoyer. Entworfen wurde «Metropolis» vom Architekturbüro Lussi + Partner AG. Mit dem Projekt hat das Büro aus Luzern den Architekturwettbewerb «Centrum Seetalplatz» der Baarer Immobilienfirma Alfred Müller AG gewonnen. Wie die Firma mitteilt, haben am Wettbewerb – einem sogenannten Studienauftrag – insgesamt sieben Architekturbüros teilgenommen. 

Jury lobt «industriellen Charakter» des Projekts

Nach Auffassung der Jury lässt das markante Gebäudeensemble den industriellen Charakter des Gebiets nachklingen und setzt gleichzeitig auf neue, urbane Qualitäten mit Plätzen und Gassen zwischen den Baukörpern. Auch bei der Gemeinde Emmen ist man über das Projekt erfreut, wie Thomas Stadelmann, der die Gemeinde in der Jury vertreten hat, bestätigt. Als Leiter des Departements Planung und Hochbau, sagt er auf Anfrage: «Das Bauprojekt kann ein stimmiger und zugleich prominenter Anfang für die Entwicklung des neuen städtischen Zentrums Luzern Nord sein.» Die Stärke des Projekts sieht auch er darin, dass es den «industriellen und baulichen Charakter der angrenzenden Viscosistadt – quasi der Industrie-DNA von Emmen – städtebaulich und architektonisch bis zum neuen Seetalplatz trägt». 

Laut der Alfred Müller AG ist im Gebäudekomplex ein breiter Wohnungsmix geplant, von kleinen Stadtwohnungen bis zu Familienwohnungen. Über die genauen Wohnungsgrössen und Mietpreise könne aber erst beim Vermarktungsstart informiert werden. Welches Gewerbe sich in die neuen Räumlichkeiten einmieten wird, ist ebenfalls noch unklar. Das Ziel sei ein «lebendiges Quartier durch eine breite Durchmischung». Die Chance zum Ausbau nutzen könnte aber der Sportartikelanbieter Athleticum, der im bestehenden Gebäude bereits eine Filiale betreibt. 

Wann der Spatenstich für die Wohnungen, Kinosäle und weitere Vorhaben erfolgen kann, ist nun vom Kanton Luzern abhängig, der zur planerischen Grundlage «Bebauungsplan Seetalplatz Nord» seinen Segen geben muss. Danach wollen die beiden Bauherren, die Viscosuisse Immobilien AG und der Immobilienfonds CS 1a Immo PK, das Baugesuch einreichen. Letztere ist eine Tochtergesellschaft der Credit Suisse. Zur Investitionssumme können sie zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft geben. 

Maxx hält sich über Strategie bedeckt 

Mit den zusätzlichen sechs Kinosälen – neu insgesamt 14 – stellt sich auch die Frage, mit welcher Art von Filmen das Maxx welche Besuchergruppen anziehen will. Dies auch mit Blick auf die entstehende Mall of Switzerland in Ebikon, die ab September die Kinodichte in der Region mit zwölf weiteren Kinos erheblich erhöhen wird. Dazu will sich die Kitag Kino-Theater AG allerdings nicht äussern. Im Auftrag des Geschäftsführers lässt sie mitteilen, dass das Unternehmen keine Auskünfte zu laufenden Projekten erteilt oder Angaben zu seinen strategischen Überlegungen sowie Besucherzahlen macht. 

Neben dem Maxx-Areal hat es auf dem Seetalplatz noch drei weitere Baufelder. Auch diese drei Bebauungspläne liegen derzeit zur Genehmigung bei der Luzerner Regierung. Das Emmer Parlament hat sie bereits im vergangenen Jahr abgesegnet. Die Pläne sehen eine städtische Überbauung des Seetalplatzes mit hoher Verdichtung vor. Unter anderem sind vier Hochhäuser mit zehn bis elf Stockwerken geplant. Zwei der Baufelder gehören dem Kanton, die zwei übrigen Gebiete sind in privater Hand. Auf seinem eigenen Grundstück will der Kanton unter anderem einen Neubau für eine zentrale Kantonsverwaltung erstellen. 

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

So soll sich «Metropolis» und das erweiterte Kino Maxx vom Seetalplatz her präsentieren. (Bild: Visualisierung: nightnurse images GmbH)

So soll sich «Metropolis» und das erweiterte Kino Maxx vom Seetalplatz her präsentieren. (Bild: Visualisierung: nightnurse images GmbH)

Bild: Grafik Janina Noser

Bild: Grafik Janina Noser