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Beim Sonnenplatz in Emmenbrücke wird’s bald städtischer

An zentraler Lage nahe der S-Bahn-Haltestelle soll ein neues Quartier mit 280 Wohnungen entstehen. Von den Altbauten muss einzig das Restaurant Adler integriert werden – aus gutem Grund.
Roman Hodel

Ein etwas kruder Mix bestimmt heute das Areal Sonne nördlich des Sonnenplatzes in Emmenbrücke: Entlang der Gerliswilstrasse stehen Häuser, die ihre besten Zeiten hinter sich haben – mit Schaufenstern, auf denen Döner abgebildet sind oder Schriftzüge wie «American Beauty» und «Lebensmittel exotic» prangen.

(Bilder: hor, Emmen 5. November 2019)

(Bilder: hor, Emmen 5. November 2019)

Hinter der Häuserreihe befinden sich zahlreiche Schrebergärten, die bis zur Gersagstrasse hinunter reichen:

Doch damit ist bald Schluss. In den nächsten Jahren soll das Areal ein neues, städtisches Gesicht erhalten. Die Gemeinde Emmen will einen entsprechenden Bebauungsplan erarbeiten. Den dafür nötigen Studienauftrag hat das Team Steib Gmür Geschwentner Kyburz Partner AG Architekten aus Zürich zusammen mit den Köpfli Partner Landschaftsarchitekten aus Luzern gewonnen. Ihr Vorschlag überzeugte das zehnköpfige Beurteilungsgremium laut einer Medienmitteilung des Emmer Gemeinderats vom Dienstag am meisten. Dies insbesondere wegen der «Durchlässigkeit der Baustruktur» und der Einbindung des schützenswerten Restaurants Adler an der Gerliswilstrasse:

Der «Adler» ist das einzige Gebäude, das längerfristig erhalten bleiben dürfte. Denn hier redet bei baulichen Veränderungen die Denkmalpflege mit. Insgesamt nahmen sechs Teams am Wettbewerb teil. Konkret sieht die Entwicklung des Gebiets wie folgt aus:

Das Areal Sonne gehört sechs verschiedenen privaten Grundeigentümern. Der mit Abstand grösste Teil – unter anderem die Schrebergärten – ist in Besitz des Zürcher Projektentwicklers Steiner. Hier sieht das Gewinnerprojekt vier Gebäude mit total 180 Wohnungen und «publikumsorientierten Erdgeschossnutzungen» vor. So stellen sich die Architekten diese Siedlung vor:

(Visualisierung: PD)

(Visualisierung: PD)

Auf den anderen Grundstücken sieht der Bebauungsplan künftig insgesamt 100 Wohnungen vor – deutlich mehr als heute. Das ist eine ganze Menge mit Blick auf die anderen grossen Wohnprojekte wie etwa am Seetalplatz oder in der Viscosistadt. Hinzu kommt: In Emmen mehren sich wachstumskritische Stimmen. Das Stimmvolk wird voraussichtlich an der Urne über die Wachstumsinitiative der SVP respektive den Gegenvorschlag des Gemeinderats befinden. Dennoch ist Bauvorsteher Josef Schmidli (CVP) überzeugt, dass dieses Projekt richtig und wichtig ist:

«Verdichtung in Zentrumslagen entspricht dem Ziel der Raumplanung zum sorgsamen Umgang mit dem Boden.»

Der grosse Vorteil des Areals sei die Lage: Es liegt direkt neben diversen Einkaufsmöglichkeiten sowie Schul- und Sportanlagen und ist mit dem öffentlichen Verkehr bestens erschlossen. Was Letzteren betrifft, so ist auf das Jahr 2022/23 ein Ausbau der benachbarten S-Bahn-Haltestelle Gersag mit neuem Bushub geplant. Dieser soll auf der Wiese hinter der heutigen Bushaltestelle realisiert werden:

Die öffentliche Mitwirkung für den Bebauungsplan ist auf nächsten Frühling terminiert, anschliessend folgt die öffentliche Auflage und die Behandlung im Einwohnerrat. Im besten Fall wird Steiner Anfang 2022 mit dem Bau seiner vier Gebäude starten können, der Bezug wäre ab 2024 möglich. Für die anderen Grundstücke bestehen aktuell noch keine Projekte, aber zum Teil Ideen. «Uns war wichtig, dass alle Grundeigentümer mitziehen, und das haben wir geschafft», sagt Schmidli und fügt an:

«Die einen mit mehr, die anderen mit weniger Begeisterung.»

Um etwas städtebaulich Hochwertiges zu planen, sei es wichtig, über den ganzen Perimeter zu denken. Das Areal Sonne ist eines von vier Teilprojekten, mit denen das Gebiet rund um den Sonnenplatz aufgewertet und verdichtet wird. Grundlage ist ein Richtprojekt von 2016, das die Gemeinde zusammen mit dem Kanton erarbeitet hat.

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