EMMENBRÜCKE: Nexis Fibers: Blauer Brief für 65 Mitarbeiter

Nach dem Verkauf des Monofil-Geschäfts von Nexis Fibers scheint sich eine Lösung für den Standort Emmenbrücke abzuzeichnen. Doch das Ganze hat seinen Preis.

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Nexis Fibers in Emmenbrücke. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Nexis Fibers in Emmenbrücke. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Die Verhandlungen mit potenziellen Interessenten für das Industriegarn-Geschäft sowie den drei Tochtergesellschaften befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium, wie das Unternehmen meldet, das sich seit Mitte März in Nachlassstundung befindet. Um eine «nachhaltige» Zukunft sicherzustellen, sei jedoch eine «umfassende» Restrukturierung notwendig. Deshalb seien einschneidende Massnahmen unumgänglich, um die Rentabilität des Unternehmens, die Konkurrenzfähigkeit in der schwierigen wirtschaftlichen Situation und damit das Weiterbestehen des Industriegarn-Geschäfts zu gewährleisten, wie es weiter heisst.

Kündigung für mehr als die Hälfte
Mit einer allfälligen Lösung – also im besten Fall – könnten 57 der insgesamt 122 Mitarbeitenden weiterbeschäftigt werden. Für 65 Mitarbeitende müssen Ende Mai Kündigungen ausgesprochen werden. Die Entlassungen betreffen vor allem die Dienstleistungsbereiche ausserhalb des eigentlichen Produktionsbetriebes und alle Hierarchiestufen des Unternehmens

Der bestehende Sozialplan soll mithelfen, wirtschaftliche Härten für die von der Kündigung betroffenen Mitarbeitenden zu vermeiden oder zumindest zu mildern, wie Nexis weiter mitteilt. Das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren mit der Personalkommission und den Vertragsgewerkschaften sei durchgeführt und die betroffenen Mitarbeiter seien informiert worden. Die Mitarbeitenden an den anderen Produktionsstandorten sind von dieser Massnahme nicht betroffen.

Syna: Vermeidung von Härtefällen
Die Gewerkschaft Syna anerkennt die Rettungsbemühungen der Firmenleitung, ist aber gleichzeitig «zutiefst enttäuscht, dass vorbildliche, firmentreue Mitarbeitende nach solch langer Dauer der Ungewissheit entlassen werden», wie es in einer Medienmitteilung heisst. In jedem Fall sollen Härtefälle vermieden werden: Die Betroffenen sollen zum einen bevorzugt im Monofil-Bereich wie auch bei der Nachfolgefirma der Nexis angestellt werden. Zudem müsse der Sozialplan trotz drohendem Konkurs «rasch und unbürokratisch» umgesetzt werden. Die Nachfolgefirma wird aufgefordert, die Vertrags- und Sozialpartnerschaft mit der Syna weiterhin zu pflegen.

scd