EMMENBRÜCKE: Schlechtes Halbjahr für Schmolz + Bickenbach

Die Schmolz + Bickenbach AG hat im ersten Halbjahr 2009 einen Verlust von 166,5 Millionen Euro zu verzeichnen. Es folgen Entlassungen.

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Das Stahlwerk in Emmenbrücke. Dieses bleibt von Stellenreduktionen verschont. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Das Stahlwerk in Emmenbrücke. Dieses bleibt von Stellenreduktionen verschont. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Im Vorjahr erwirtschaftete die Schmolz + Bickenbach AG noch einen Betriebsgewinn (EBIT) von 184,8 Millionen Euro. In diesem ersten Halbjahr rutscht die Firma in die roten Zahlen. Unter dem Strich resultiert ein Minus von 166,5 Millionen Euro, wie die Aktiengesellschaft in einer Mitteilung schreibt. Auch die Umsätze sanken deutlich. Im ersten Halbjahr 2008 betrugen die Erlöse 2278,8 Millionen Euro. Dieses Jahr belaufen sich die Umsatzerlöse auf 1054,2 Millionen Euro; ein Umsatzeinbruch von über 50 Prozent.

Nachfragerückgang und Stellenabbau
Die Ursache für das schlechte Ergebnis sei der Konjunktureinbruch. Neben einem Nachfragerückgang in der Automobil- und Maschinenindustrie habe auch der Lagerabbau bei den Kunden zu diesem Resultat beigetragen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Das Unternehmen habe entsprechende Massnahmen eingeleitet: Personalabbau. Im laufenden und folgenden Jahr seien 350 Stellen zu reduzieren. Der Standort Emmenbrücke ist davon nicht betroffen. Abgebaut werden auch Temporärstellen und Überstunden. Zudem wird weiter Kurzarbeit eingeführt. Im Weiteren sei ein Kostensen­kungsprogramm eingeleitet worden, schreibt die Aktiengesellschaft.

Die Aussichten sind düster
Die Stahlbranche und somit auch Schmolz + Bickenbach sei in besonderem Masse von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise betroffen. Nun soll die Finanzierung langfristig sichergestellt werden: Gespräche zwischen dem Management und dem Bund bezüglich staatlichen Unterstützungsmitteln seien im Gange.

Auch in den kommenden Jahren sieht es für das Unternehmen nicht rosig aus. Mit einem Nachfrageanstieg auf das Niveau vor der Krise wird nicht gerechnet. «Deshalb richten wir unsere Kapazitäten auf ein tieferes Niveau aus», ist in der Mitteilung zu lesen. Zudem werden Investitionen auf ein Minimum beschränkt.

sab