EMMENBRÜCKE: Schmolz + Bickenbach gibt Verkauf auf

Der Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach hat den geplanten Verkauf der Distributionsaktivitäten in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Österreich abgebrochen. Die Kaufpreisangebote haben aus Sicht des Verwaltungsrats nicht den Wert der Aktivitäten widerspiegelt.

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Schmolz+Bickenbach Produktionshalle in Emmenbrücke. (Bild: Keystone)

Schmolz+Bickenbach Produktionshalle in Emmenbrücke. (Bild: Keystone)

Im Sinne aller Aktionäre hätten Verwaltungsrat und Konzernleitung entschieden, dass ein Verbleib der Aktivitäten im Konzern im aktuellen Umfeld mehr Wert schaffe als ein Verkauf, heisst es in einer Mitteilung am Montagabend.

Separat teilte Schmolz + Bickenbach mit, dass Finanzchef Hans-Jürgen Wiecha per 28. Februar 2015 aus der Gesellschaft ausscheide. Der Entscheid erfolge in bestem Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat, der das Ausscheiden sehr bedauere, hiess es. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Bei der Umsetzung der neuen Strategie gilt Wiecha als Architekt des Programmes zur Ergebnisverbesserung.

Das Geschäft der Distributionsaktivitäten in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Österreich habe sich im laufenden Jahr dank des Restrukturierungsprogramms deutlich verbessert, erklärte das Unternehmen weiter. Nun konzentriere sich das Unternehmen auf eine weitere Verbesserung der Effizienz und der Produktivität.

Die betreffenden Distributionseinheiten sollen als eigenständiges Geschäft weitergeführt werden. S+B hatte die Restrukturierung im April angekündigt und sich auch noch vor wenigen Wochen optimistisch gezeigt, den Verkauf bis Ende Jahr abschliessen zu können.

Die betroffenen Einheiten beschäftigen früheren Angaben zufolge zusammen rund 1000 Mitarbeitende und generierten 2013 einen Umsatz von rund 600 Mio. Euro, etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes der Sparte.

sda

Finanzchef Hans-Jürgen Wiecha scheidet per 28. Februar 2015 aus der Gesellschaft aus. (Bild: Keystone)

Finanzchef Hans-Jürgen Wiecha scheidet per 28. Februar 2015 aus der Gesellschaft aus. (Bild: Keystone)