EMMENBRÜCKE: Schmolz + Bickenbach in der Gewinnzone

Der Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach hat zum ersten Mal seit dem ersten Quartal 2012 wieder ein positives Ergebnis erreicht. Das Unternehmen verdiente in den ersten drei Monaten 2014 unter dem Strich 12,4 Mio. Euro. Im Vorjahresquartal war noch ein Verlust von 7,7 Mio. Euro verbucht worden.

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Die Schmolz und Bickenbach AG in Emmenbrücke. (Bild: Keystone)

Die Schmolz und Bickenbach AG in Emmenbrücke. (Bild: Keystone)

Deutlich höher kam auch der um Restrukturierungskosten und andere Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zu liegen. Dieser stieg um 39 Prozent auf 65,6 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Im Vergleich zum ersten Quartal 2013 setzte der Konzern 581 Kilotonnen seines Spezialstahls und damit knapp 10 Prozent mehr ab als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg der Umsatz jedoch nur leicht um 0,5 Prozent auf 871,6 Mio. Euro. Dieser Unterschied sei unter anderem auf im Vergleich zum ersten Quartal 2013 tiefere Rohmaterialpreise zurückzuführen, schreibt das vom russischen Oligarchen Viktor Vekselberg kontrollierte Unternehmen.

Auftragsbestand gibt Hoffnung

Positiv entwickelten sich die Auftragseingänge, welche am Aufwärtstrend des Vorjahres anknüpften. So erreichte der Auftragsbestand per Ende März 571 Kilotonnen. Dieser lag damit 26 Prozent über dem Wert von Ende 2013 und 37 Prozent über jenem von Ende März 2013.

Aufgrund des hohen Auftragsbestandes schaut Schmolz + Bickenbach vorsichtig optimistisch in die nähere Zukunft. Es zeichne sich eine gute Auslastung im zweiten sowie Anfang des dritten Quartals ab, schreibt der Edelstahlproduzent. Zudem hätten die Basispreise den Boden erreicht, von dem aus einzelne Preiserhöhungen möglich sein sollten, heisst es weiter.

An den Erwartungen an den Geschäftsverlauf 2014 hält das Management weiterhin fest. Demnach sollen Absatzmenge und Umsatzerlöse jeweils gegenüber dem Vorjahr um 2 bis 5 Prozent zulegen. Das bereinigte Ebitda soll zwischen 190 und 230 Mio. Euro zu stehen kommen.

Konzern wird weiter gestrafft

Auch am im vergangenen Jahr eingeleiteten Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm werde weiterhin festgehalten. Der Konzern erwartet daraus weitere Ergebnisverbesserungen bei deutlich tieferen Kosten. Die Bilanz 2014 werde voraussichtlich nur mit Einmalkosten im niedrigen einstelligen Millionenbereich belastet.

Eine dieser Restrukturierungsmassnahmen ist der Teilverkauf des Distributionsgeschäfts, wie Schmolz + Bickenbach Ende April bekannt gab. Demnach stehen die Distributionsgesellschaften in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Österreich zum Verkauf. Die Einheiten beschäftigen zusammen rund 1000 Mitarbeitende und generierten 2013 einen Umsatz von rund 600 Mio. Euro.

sda