EMMENBRÜCKE: Schmolz+Bickenbach deutlich im Minus

Der Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach hat den Semesterumsatz zwar bei knapp 1,49 Milliarden Euro halten können. Unter dem Strich steht aber wegen eines Abschreibers ein Verlust von 117,6 Millionen Euro nach einem Gewinn von 35,2 Millionen Euro in der Vorjahresperiode.

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Schmolz+Bickenbach Produktionshalle in Emmenbrücke. (Bild: Keystone)

Schmolz+Bickenbach Produktionshalle in Emmenbrücke. (Bild: Keystone)

Der Verkauf der Distributionseinheiten in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Österreich führte zu einem Wertberichtigungsbedarf von 126,7 Millionen Euro, wie Schmolz+Bickenbach am Dienstag mitteilte. Davon waren 123,7 Millionen bereits im ersten Quartal verbucht worden.

Im Kerngeschäft mit Spezialstahl-Langprodukten schrieb das Unternehmen weiterhin schwarze Zahlen. So resultierte aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen im Halbjahr ein Gewinn nach Steuern von 12,2 Millionen Euro. Das waren aber 63,6 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Im zweiten Quartal halbierte sich dieser Wert auf 10,3 Millionen Euro.

Der Absatz sank im Semestervergleich um 2,9 Prozent auf 952 Kilotonnen. Trotzdem stieg der um Devestitionen bereinigte Umsatz minim um 0,1 Prozent. Der Auftragsbestand ist aber weiter gesunken auf 476 Kilotonnen per Ende Juni, nach 497 Kilotonnen Ende 2014 und 539 Kilotonnen Mitte 2014.

Banger Blick nach China

Die Aussichten für die weltweite Stahlnachfrage hätten sich signifikant verschlechtert, erklärte Schmolz+Bickenbach. Der Weltstahlverband habe die durchschnittliche Wachstumsrate für das laufende Jahr von 2,0 auf 0,5 Prozent nach unten korrigiert. Insbesondere im wichtigsten Markt Asien lasse das Wachstum spürbar nach. In China werde gar ein Rückgang von 0,5 Prozent angenommen.

Schmolz+Bickenbach geht daher von einer Absatzmenge im laufenden Jahr aus, die rund 300 Kilotonnen unter dem Niveau des Jahres 2014 liegen wird.

Die Prognose eines operativen Gewinns vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) zwischen 190 und 230 Millionen Euro wurde zwar bestätigt. Schmolz+Bickenbach erwartet aber nun «eher ein EBITDA im unteren Bereich dieser Bandbreite». Im Halbjahr ist der bereinigte EBITDA um 12 Prozent auf 117,5 Millionen Euro gesunken.

sda