EMMENBRÜCKE: Schmolz+Bickenbach will Kapital erhöhen

Der Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach (S+B) will sein Kapital über eine Bezugsrechtsemission um 330 Mio. Fr. erhöhen. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vom 28. Juni die Ausgabe von bis zu 472,5 Millionen neuen Aktien vor.

sda
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Ein Mitarbeiter der Schmolz+Bickenbach entleert einen Elektroofen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Ein Mitarbeiter der Schmolz+Bickenbach entleert einen Elektroofen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Ein Bankenkonsortium bestehend aus BNP Paribas, Commerzbank und Credit Suisse habe sich verpflichtet, sämtliche neuen Aktien zu zeichnen und den bestehenden Aktionären anzubieten. Die zweitgrösste Aktionärin, die Gebuka AG, unterstützt den Angaben gemäss den Antrag.

Die Hauptaktionärin, die Schmolz+Bickenbach KG (S+B KG) aus Düsseldorf, hat indessen andere Pläne. Zusammen mit der Investmentgesellschaft Renova des russischen Milliardärs Viktor Vekselberg schlägt sie eine Kapitalerhöhung um 434 Mio. Fr. vor.

Der Verwaltungsrat lehnt dies ab. Aus betrieblicher Sicht sei eine so grosse Erhöhung unnötig und für die Aktionäre allzu belastend.

Gemäss der Verwaltungsratsversion müssten Aktionäre, die zu einem angenommenen Kurs von 3 Fr. Aktien im Wert von 100'000 Franken halten, neue Papiere im Wert von 93'000 Fr. zeichnen, um eine Verwässerung zu vermeiden, illustriert das Gremium sein Argument. Bei der S+B KG/Renova-Variante würden 122'000 Fr. fällig, 32 Prozent mehr.

Die definitiven Bedingungen der Kapitalerhöhung will S+B am 28. Juni, dem Tag der Generalversammlung, vor Handelsbeginn bekanntgeben. Wie es in der Mitteilung vom Mittwoch weiter heisst, bleibe der Emissionserlös von 330 Mio. Fr. dabei unverändert.

Machtkampf um die Kontrolle im Konzern

In den Differenzen über die Kapitalerhöhung kommt ein Machtkampf zum Ausdruck. Der Hauptaktionär S+B KG will Vekselbergs Renova an Bord holen. Der Verwaltungsrat schlägt andere Grossaktionäre vor, welche S+B KG, die Familiengesellschaft der Unternehmensgründer, jedoch ablehnt.

Die Schweizerische Übernahmekommission hatte S+B KG und Renova jüngst einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie lehnte ein Gesuch der beiden um die Befreiung von der Angebotspflicht ab.

Die Gesuchsteller wollten wegen der von ihnen behaupteten Sanierungsbedürftigkeit des Unternehmens von der Vorschrift befreit werden, beim Überschreiten der Beteiligungsschwelle von 33,3 Prozent allen Aktionären ein Kaufangebot unterbreiten zu müssen.

Gemäss Angaben von Schmolz+Bickenbach hätte ihnen das ermöglicht, die Kontrolle zu übernehmen, ohne die Publikumsaktionäre dafür zu entschädigen. Die Übernahmekommission verneinte die Sanierungsbedürftigkeit von S+B.