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EMMENBRÜCKE/REUSSBÜHL: Brückenkopf kehrt zum Zollhaus zurück

Der restaurierte Brückenkopf der ehemaligen Holzbrücke über der Kleinen Emme steht wieder an seinem Platz. Zuvor wurde er wegen des Umbaus beim Seetalplatz entfernt.
Der historische Brückenkopf zwischen den beiden Zollhausbrücken in Reussbühl. (Bild: Boris Bürgisser (24. Oktober 2017))

Der historische Brückenkopf zwischen den beiden Zollhausbrücken in Reussbühl. (Bild: Boris Bürgisser (24. Oktober 2017))

Seit einer knappen Woche ist nun auch das letzte Puzzlestück rund um das grosse Seetalplatz-Strassenprojekt wieder an seinem rechtmässigen Ort: Der Brückenkopf der alten Holzbrücke wurde vor wenigen Tagen am Reussbühler Ufer der Kleinen Emme, zwischen den beiden Zollhausbrücken, aufgestellt. Während der aufwendigen Strassenbauarbeiten hat man das Brückenportal zwischengelagert und restauriert. Als Teilprojekt des ganzen Umbaus wurde dies über die Projektkosten abgebucht.

Seine Hände im Spiel hatte beim Wiederaufbau auch die Abendgesellschaft Reussbühl, die sich für den Erhalt von wertvollem Kulturgut einsetzt. Gestern konnte sie das Bauwerk feierlich einweihen. Darüber freut sich besonders Rico De Bona, Präsident der Gesellschaft und Sekretär der CVP Kanton Luzern: «Es ist zwar noch zwei Monate vor Weihnachten, aber für uns ist es wie Weihnachten.»

Morsche Teile ersetzt und Fresken restauriert

Dank der Restaurierung befindet sich das Bauwerk jetzt wieder in einem guten Zustand: Wie die Gesellschaft auf Anfrage mitteilt, wurden morsche Teile ersetzt und die Fresken und Verzierungen restauriert. Zuständig dafür war die Littauer Firma Buob Holzbau, die schon bei Restaurierungen der Kapellbrücke und der Spreuerbrücke involviert war.

Ganz so alt wie die 1333 erbaute Kapellbrücke ist die ehemalige Holzbrücke zwar nicht, ihre Geschichte macht das aber nicht minder interessant. Laut der Abendgesellschaft beginnt sie im Jahr 1783, als Werkmeister Kaspar Ritter mit dem Bau der 137 Meter langen Brücke begann. Der Bau dauerte zwei Jahre, und die Brücke währt fast 120 Jahre. So quert sie, die laut Historikern übrigens als eine der schönsten des Landes galt, die Kleine Emme bis ins Jahr 1902. Dann aber genügt sie den Anforderungen der damaligen Zeit nicht mehr – und muss wegen des Trams weichen, das fortan über den Fluss nach Gerliswil fuhr: Weil die Stadt Luzern die Tramlinie bis zum Bahnhof Emmenbrücke verlängern wollte, wurde 1903 eine neue ungedeckte Betonbrücke erbaut. Auch dank der Tramlinie erhielt die Industrie im Gebiet Anfang des 20. Jahrhunderts Auftrieb, und Emmen wurde zur ersten industrialisierten Gegend des Kantons Luzern.

Als die alte Brücke ausgedient hatte, schenkte die Luzerner Regierung den Brückenkopf dem Landesmuseum in Zürich. Dort blieb er aber nur bis 1959: Dank der Bemühungen der Abendgesellschaft konnte er zurückgeholt und nahe seines einstigen Standortes aufgestellt werden. «Wenn man etwas vom Bund zurück­holen will, ist das eine relativ schwierige Angelegenheit», sagt Rico De Bona. Das andere der beiden Portale steht übrigens bei der 1924–1925 erbauten Kapelle in Schachen. Heute führen zwei Brücken – die obere und untere Zollhausbrücke – an dieser Stelle über die Kleine Emme. Die obere wurde nach ihrem Neubau als letztes Stück der Seetalplatz-Umgestaltung im August in Betrieb genommen (Artikel vom 24. August »).

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

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