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EMMEN/LUZERN: Patrouille Suisse soll über Bergen üben

Nach dem Absturz eines Jets in den Niederlanden befürchtet der Schutzverband auch in unserer Region ein Sicherheitsrisiko. Nun wird die Politik aktiv.
Beatrice Vogel
Die Tiger F5-E der Patrouille Suisse im Einsatz an der Flugshow vom 6. September in Payerne. (Bild: Keystone)

Die Tiger F5-E der Patrouille Suisse im Einsatz an der Flugshow vom 6. September in Payerne. (Bild: Keystone)

«Bei jedem Flug besteht ein Restrisiko – auch wenn der Pilot noch so erfahren ist», sagt Luzius Hafen, Präsident des Schutzverbandes der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen. Der Absturz eines Patrouille-Suisse-Jets am 9. Juni in den Niederlanden zeige dies deutlich. «Wenn so etwas über einem städtischen Gebiet passiert, ist der Schaden inakzeptabel gross», so Hafen. Denn je nachdem, wo der Flieger abstürzen würde, wären viele Menschenleben gefährdet. Das dürfe keinesfalls riskiert werden. «Schliesslich gibt es die Flüge der Patrouille Suisse nur zur Zier, nicht zur Landesverteidigung», betont Hafen. Hinzu komme die Lärm­belastung, welche die Lebensqualität in Stadt und Agglomeration beeinträchtige.

Deshalb fordert der Schutzverband einen Verzicht auf Formationsflüge, Trainingsflüge und Flugshows der Patrouille Suisse über dicht besiedeltem Gebiet. Mit dieser Forderung initiierte Hafen ein Postulat, das vergangene Woche von der SP und den Grünen in den Parlamenten von Luzern und Emmen eingereicht worden war.

Testgelände in Norwegen

Das Anliegen leuchtet grundsätzlich ein. Doch stellt sich die Frage: Wo soll die Patrouille Suisse stattdessen trainieren? Hinzu kommt, dass Start und Landung trotzdem in Emmen erfolgen würden. «Dass sie in Emmen starten und landen, ist klar. Aber sie können einzeln starten und sich dann über unbesiedeltem Gebiet formieren», erklärt Hafen. Sein Vorschlag: Die Jets sollen sich über den Bergen oder über Seen formieren: «Dort werden weniger Menschen gefährdet.» Oder die Luftwaffen-Übungstätigkeit werde allgemein ins Ausland verlegt. «Es gibt beispielsweise Testgelände in Norwegen über menschenleeren Gebieten.» Ob eine Verlegung der Flugrouten über weniger dicht besiedelten Gebieten aus Sicht der Schweizer Luftwaffe möglich wäre, konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden: Wegen Ferienabwesenheiten beim Bund stehen die Antworten der Luftwaffe noch aus.

Vier Wochen Sommerpause

Luzius Hafen engagiert sich mit dem Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen seit 16 Jahren für Sicherheit und gegen Lärm durch Flugzeuge. Dabei konnte er schon Erfolge erzielen. «Wir konnten verhindern, dass aus dem Flugplatz Emmen ein ziviler Regionalflugplatz wird», sagt Hafen.

Ausserdem erreichte der Schutzverband dank einer Petition 2012, dass im Sommer 2013 der Flugbetrieb für viereinhalb Wochen eingestellt und für weitere eineinhalb Wochen reduziert wurde. Dieses Jahr gibt es aber wie üblich nur eine Flugpause von vier Wochen. «Eine längere Pause ist sehr schwierig zu erreichen», so Hafen. Dies, weil die anderen Flugplätze der Luftwaffe im Sommer auch eine möglichst lange Flugpause wollen. Diese haben Vortritt, da sie das ganze Jahr über den viel lauteren F/A-18-­Flug- ­betrieb haben, Emmen nur ausnahmsweise. «Deshalb werden wir im August wieder vermehrt belastet sein, weil dann nach Emmen ausgewichen wird», sagt Hafen. Sein Wunsch wäre eine Pause den ganzen Sommer über. Hafen: «Zwischen Weihnachten und Neujahr ist dies ja auch möglich.»

Beatrice Vogel

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