Emmer Gemeinderat wartet mit
Ausbau des Schulhauses Erlen

Obwohl das Bundesgericht die Beschwerde gegen die Erweiterung der Schulanlage Erlen abgewiesen hat, wird das Projekt vorerst nicht realisiert. Dies, weil der Bau eines Provisoriums schon weit fortgeschritten ist.

Stefan Dähler
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Auf dieser Wiese beim Schulhaus Erlen wird nach Ostern das Provisorium in Betrieb genommen. (Bild: Pius Amrein, Emmen, 26. März 2018)

Auf dieser Wiese beim Schulhaus Erlen wird nach Ostern das Provisorium in Betrieb genommen. (Bild: Pius Amrein, Emmen, 26. März 2018)

Rechtlich gesehen könnte die Gemeinde die Erweiterung des Schulhauses Erlen nun sofort realisieren: Das Bundesgericht hat eine Beschwerde gegen das Projekt kürzlich abgewiesen. Damit ist die Baubewilligung rechtskräftig. Doch so einfach ist die Situation nicht. Der Gemeinderat hatte nicht so früh mit dem Gerichtsentscheid gerechnet und den Bau eines Provisoriums in Auftrag gegeben. Dieses kann bereits ab Ostern in Betrieb genommen werden.

«Es ist eine neue Ausgangslage entstanden, diese will der Gemeinderat nun vertieft analysieren», sagt der Emmer Bildungsdirektor Brahim Aakti (SP). In vier bis sechs Wochen will die Exekutive entscheiden, ob die Erweiterung wie ursprünglich geplant auf der Südseite realisiert wird oder ob der langfristige Schulraumbedarf allenfalls am provisorischen Standort gedeckt werden kann. Das Postulat von Matthias Lingg (FDP), das die Weiterführung des Provisoriums fordert, soll in diese Überlegungen mit einbezogen werden.

Ohne Ausbau geht es nicht

Klar ist, dass der Gemeinderat am ursprünglichen Raumprogramm festhält: also zwölf Klassenzimmer und zwei Kindergärten. Das Erweiterungsprojekt sieht einen fixen Unterbau vor, der beim Provisorium nicht realisiert wurde. «Im Provisorium entsteht Platz für acht Klassen, einen Kindergarten und die Tagesstruktur», sagt Aakti und führt aus:

«Das reicht aufgrund der wachsenden Schülerzahlen ab Sommer 2020 nicht mehr, sowohl bezüglich den Klassenzimmern, als auch wegen den fehlenden Fachräumen.»

Es sei daher keine Option, nur das Provisorium zu realisieren, zumal man dieses nicht einfach so stehen lassen könne. «Es wäre eine neue Baubewilligung nötig, ausserdem müsste der politische Prozess wiederholt werden.»

Der ursprüngliche Erlen-Erweiterungskredit von 9,4 Millionen Franken wurde im November 2017 vom Einwohnerrat bewilligt und im März 2018 vom Stimmvolk deutlich gutgeheissen. Durch das Provisorium entstehen sicher Mehrkosten, die genaue Zahl steht aber noch nicht fest.