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Emmer Handballer planen
Halle auf eigene Faust

Der Handballclub hat seit langem ein Platzproblem. Da auf Gemeindeebene wenig läuft, erarbeitet der Verein nun selbst ein Projekt. Die Suche nach Geldgebern läuft.
Ines Häfliger
Luka Kovacevic von Handball Emmen im Spiel gegen Lakers Stäfa in der Halle Rossmoos. (Bild: Philipp Schmidli (Emmen, 22. September 2018))

Luka Kovacevic von Handball Emmen im Spiel gegen Lakers Stäfa in der Halle Rossmoos. (Bild: Philipp Schmidli (Emmen, 22. September 2018))

12. Mai 2018: Die Herren von Handball Emmen gewinnen knapp gegen die Winterthurer Seen Tigers. Der Sieg bedeutet mehr als nur einen einmaligen sportlichen Erfolg für den Verein, sondern auch den Aufstieg in die Nationalliga B (NLB). Zum letzten Mal auf diesem Niveau spielten die Emmer vor 22 Jahren.

Der Ligawechsel erhöhte nicht nur das Vereinsansehen, sondern auch den Trainingsaufwand sowie die Mitgliederzahlen. Die beiden letzten Faktoren haben die Verschärfung eines bestehenden Problems zur Folge: Den Emmer Handballern fehlt die nötige Infrastruktur, wie dem Gemeindeblatt «Emmenmail» zu entnehmen ist.

Auf den ersten Blick scheint das Platzproblem unbegründet. Die Gemeinde Emmen verfügt über zwölf Turnhallen. Doch die meisten davon sind zu klein für die Handballer. In anderen wiederum ist die Verwendung von Haftmitteln nicht erlaubt. Unter das Verbot fällt auch Harz, das zum Training beinahe genauso dazugehört wie der Ball selbst. Unter dem Strich können die Ballsportler also nur die Rossmooshalle für ihre Trainings und Spiele nutzen.

10 bis 12 Millionen für Halle und Campus

Darum ist der Handballverein nun aktiv geworden. Ein Komitee hat zwei mögliche Projekte für den Raum Mooshüsli erarbeitet. Die erste Option wäre der Bau einer Vierfachhalle inklusive Campus. Kostenpunkt: 10 bis 12 Millionen Franken. Die zweite Option: Für die Hälfte der Kosten liesse sich eine Dreifachhalle realisieren. Bei beiden Varianten würde es sich um eine Mehrzweckhalle handeln. Die Räumlichkeiten könnten somit auch anderweitig genutzt werden – zum Beispiel für Konzerte oder Tagungen.

Handballklub-Präsident Thomas Dürger hat aber einen klaren Favoriten – und eine Vision: «Eine Mehrzweckhalle mit angrenzendem Campus wäre ein Magnet für andere Laien- und Profiverbände. Es geht dabei nicht nur um den Handballsport.» Wie in Tenero oder Schaffhausen könnten auf dem Campus beispielsweise auch Trainingslager stattfinden, führt Dürger weiter aus.

Doch was, wenn der Erfolg der Herrenmannschaft nur von kurzer Dauer ist? Es ginge beim Mehrzweckhallenbau nicht nur um die Herren, betont Thomas Dürger: «Die Frauenmannschaft des Handballclubs Emmen geht oft vergessen, spielt aber hervorragend. Zudem ist unsere Nachwuchsabteilung gewaltig.»

Politischer Vorstoss zum Thema scheiterte

Das Platzproblem für die Emmer Handballer ist übrigens schon länger ein Thema. Ein Versuch, dieses auf politischer Ebene zu lösen, schlug jedoch fehl: Im November 2016 forderten Einwohnerräte der CVP, FDP und SP den Gemeinderat in einem Postulat auf, den Bau einer grossen Mehrzweckhalle zu prüfen (wir berichteten). Die Gemeinde sah zwar den Neubau von zwei Einfachhallen für die Schulhäuser Emmen Dorf und Riffig vor. Diese seien aber zu klein für die Vereine. Insbesondere die Handballer würden von der Gemeinde zu wenig in die laufende Sportstättenplanung miteinbezogen, hiess es damals im Postulat. Die Initianten wünschten sich eine bessere Koordination zwischen den Schul- und Vereinsbedürfnissen. Als mögliche Lösung wurde der Bau einer teils privat finanzierten Dreifachsporthalle vorgeschlagen. Mit der Mischfinanzierung wollte man das kleine Gemeindebudget aufstocken.

Doch der Gemeinderat lehnte das Postulat ab. Die Sportstättenplanung erfülle bereits die meisten der Forderungen, lautete die Begründung. In der Ratsdebatte teilten die meisten Fraktionen diese Auffassung. Zudem stiess die vorgeschlagene Mischfinanzierung bei einigen Einwohnerräten auf Unmut.

«Wir sind auf uns
selbst gestellt.»

Thomas Dürger, Handball Emmen

Beim aktuellen Projekt sei die Gemeinde daher nur bezüglich des Standortes in die Planung der neuen Mehrzweckhalle involviert, so Vereinspräsident Thomas Dürger. «Die Schule benötigt derzeit keine neue Dreifach- oder Mehrzweckhalle. Daher sind wir auf uns selbst gestellt.» Momentan ist das Komitee auf der Suche nach geeigneten Geldgebern. Thomas Dürger geht davon, dass die Bauarbeiten frühstens 2020/2021 starten können. «Wir müssen realistisch bleiben.»

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