Emmi übernimmt Mehrheit an österreichischer Ziegenmilch-Firma Leeb

Emmi baut ihr internationales Ziegenmilch-Netzwerk weiter aus. Der Luzerner Milchverarbeiter kauft die Mehrheit an einem österreichischen Anbieter von Bio-Ziegenmilch- und Schafmilchprodukten.

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Der CEO von Emmi, Urs Riedener anlaesslich der Jahres-Bilanzmedienkonferenz des Milchverarbeiters Emmi. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Luzern, 28. Februar 2019)

Der CEO von Emmi, Urs Riedener anlaesslich der Jahres-Bilanzmedienkonferenz des Milchverarbeiters Emmi. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Luzern, 28. Februar 2019)

(sda/awp) Emmi übernimmt 66 Prozent an Leeb Biomilch. Die restlichen 34 Prozent verbleiben bei den bisherigen Eigentümern Hubert Leeb und Jürg Hackenbuchner. Mit dem Schritt baut Emmi ihr internationales Ziegenmilch-Netzwerk weiter aus.

Emmi ist 2010 durch die Übernahme der kalifornischen Cypress Grove und den Kauf der Marke Le Petit Chevrier in der Schweiz in das Geschäft mit Ziegenmilchprodukten eingetreten. Die positiven Erfahrungen in diesem Segment hätten Emmi dazu veranlasst, sich in dieser attraktiven Nische schrittweise zu verstärken, teilte die Gruppe am Dienstag mit.

Inzwischen gehören zwei Ziegenmilchverarbeiter in den USA, drei in Europa sowie ein entsprechendes Handelsunternehmen zu Emmi. Der neueste Zugang Leeb Biomilch stellt vor allem Jogurts, aber auch Milchmischgetränke und Frischmilch aus Bio-Ziegenmilch und Bio-Schafmilch her. Die 2001 gegründete Firma hat sich zudem seit 2016 ein zweites Standbein mit veganen Milchalternativen aufgebaut.

Aus Österreich beliefert die Firma Leeb Kunden in ganz Europa, rund die Hälfte ihres Umsatzes macht sie im Heimmarkt Österreich. Weitere wichtige Märkte seien Deutschland und die Niederlande, wo unter anderem eine Zusammenarbeit mit der Emmi-Handelstochter AVH Dairy und dem Ziegenmilchverarbeiter Bettinoehoeve bestehe.

Leeb Biomilch setzt mit 50 Mitarbeitenden jährlich gut 15 Millionen Euro um. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Übernahme soll voraussichtlich im Sommer 2019 abgeschlossen werden. Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde muss ihr noch zustimmen.

Emmi hat ihr internationales Geschäft in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. 2018 setzte das Unternehmen mit 50,4 Prozent erstmals mehr als jeden zweiten Franken im Ausland um.

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