Emmi wächst dank Auslandgeschäft

Der grösste Schweizer Milchverarbeiter Emmi hat im ersten Halbjahr 2012 den Umsatz um 2,2 Prozent auf 1,34 Milliarden Franken. erhöht. Der Gewinn stieg um 11,6 Prozent auf 39,3 Millionen Franken. Emmi legte im Ausland markant zu, während das Inlandgeschäft schrumpfte.

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Emmi-Logo an einem der Gebäude des Produktionsstandorts in Emmen. (Bild: Archiv Neue LZ)

Emmi-Logo an einem der Gebäude des Produktionsstandorts in Emmen. (Bild: Archiv Neue LZ)

Emmi habe sich von den Währungsturbulenzen im Vorjahr erholt, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Das erste Semester sei zwar geprägt von der angespannten wirtschaftlichen Situation in grossen Teilen Europas und der entsprechenden Konsumentenstimmung gewesen. Man habe aber die Zielvorgaben sowohl beim Umsatz wie beim Gewinn erfüllt.

Mit 433,9 (Vorjahresperiode: 366,4) Mio. Fr. erwirtschaftete Emmi 32 Prozent im internationalen Geschäft; im ersten Halbjahr 2011 waren es noch 28 Prozent). Diese Zunahme liegt in Übereinstimmung mit der Strategie des Konzerns, der in drei bis fünf Jahren den Umsatz je zur Hälfte im In- und Ausland generieren will.

Die Akquisitionen der letzten Jahre, wie etwa Roth Käse in den USA, hätten einen grossen Beitrag geleistet und durchwegs höhere Umsätze erzielt, schreibt Emmi. Bei den exportierten Produkten hätten Caffè Latte und der Käse guten Anklang gefunden. So stammte der im Ausland erzielte Umsatz je zur Hälfte von Exportprodukten und lokalen Erzeugnissen.

Angespannte Situation in der Schweiz

Die Schweiz trägt mit 905,3 (943,7) Mio. Fr. immer noch zwei Drittel zum Umsatz bei, doch ist der Anteil rückläufig (-4,1 Prozent). Diese Zahl spiegle die Situation des Detailhandels, des Grosshandels und der Gastronomie, heisst es in der Mitteilung. Importdruck, Einkaufstourismus und Einbussen im Tourismus seien die Gründe.

Emmi verzeichnete sinkende Umsätze im Industriegeschäft, im Handel, im Food-Service sowie bei generischen Produkten im unteren Preissegment. Dagegen hat man laut Communiqué die starke Position im Detailhandel, dem Kerngeschäft, verteidigt.

Gutes Resultat in schwierigem Umfeld

Der Bruttogewinn aus Betriebstätigkeit stieg um 6,5 Prozent auf 465,2 (436,7) Mio. Franken. Das sei angesichts des Umfeldes ein sehr gutes Resultat, hält Emmi fest. Dazu beigetragen hätten das optimierte Produktportfolio, die Eliminierung von unrentablen Geschäften und die Akquisition ertragsstarker Unternehmen.

Der Reingewinn stieg im ersten Halbjahr 2012 um 11,6 Prozent auf 39,3 (35,2) Mio. Franken. Dabei ist ein einmaliger Sondereffekt, der Verkauf des früheren Areals der Butterzentrale in Luzern, noch nicht eingerechnet. Wird dieser Verkauf berücksichtigt, stieg der Reingewinn gar auf 54,7 Mio. Franken.

Für das Gesamtjahr 2012 rechnet Emmi damit, dass die Vorgaben erreicht werden. Der Umsatz dürfte konzernweit um 6 bis 8 Prozent wachsen. In der Schweiz wird er zwar um etwa 3 Prozent sinken, im Auslandgeschäft dagegen um 30 Prozent zunehmen. Die Reingewinnmarge von 3 Prozent bleibe realistisch, heisst es im Communiqué.

sda