Emmis Auslandengagements machten sich bezahlt

Emmi hat von Januar bis Juni dank seinen Produktionsstätten im Ausland dem starken Franken trotzen können. In einem turbulenten Umfeld erzielte der Luzerner Milchverarbeiter das zweitbeste Resultat in seiner Geschichte.

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Dieses Emmi-Plakat mit Model Jana ist ab sofort in Österreich und Deutschland zu sehen. (Bild: pd)

Dieses Emmi-Plakat mit Model Jana ist ab sofort in Österreich und Deutschland zu sehen. (Bild: pd)

Der Nettoumsatz stieg im ersten Halbjahr um 2,7 Prozent auf 1,310 Mrd. Franken, wie Emmi am Mittwoch mitteilte. Der Betriebserfolg vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging aber um 6 Prozent auf 57,0 Mio. Fr. zurück. Der Halbjahresgewinn sank um 11,6 Prozent auf 35,2 Mio. Franken.

Emmi stuft dieses Ergebnis trotz des Gewinnrückganges als gut ein. Für das Gesamtjahr 2011 seien ein Umsatzwachstum von 2 bis 3 Prozent und ein Betriebsgewinn (EBIT) von 120 bis 130 Mio. Fr. realistisch. Bislang war ein EBIT von 120 bis 140 Mio. Fr. sowie ein Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent prognostiziert.

Die Emmi AG, die den Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) gehört und die grösste Schweizer Milchverarbeiterin ist, erzielte 28 Prozent des Umsatzes im Ausland. Nur 50 Prozent davon entfallen auf aus der Schweiz exportierter Ware.

Risikoprofil verbessert

Die andere Hälfte, die lokal im Ausland gefertigt wird, hat Emmi geholfen, die grossen Währungsnachteile zu mildern und im Ausland Wachstum zu erzielen. Weil sich der Franken im Vergleich zum Vorjahr gegenüber Euro und Dollar im Schnitt um 15 Prozent verteuerte, gingen die Exporte nämlich zurück.

Ohne die in den letzten Jahren im Ausland getätigten Akquisitionen ginge es Emmi deutlich schlechter, schreibt das Unternehmen. Die im Ausland hergestellten Produkte hätten das Risikoprofil verbessert.

Gleichzeitig musste sich Emmi gegen den stärkeren Importdruck behaupten. Umsatzeinbussen habe es in der Schweiz vor allem im unteren Preissegment gegeben, schreibt die Milchverarbeiterin.

Konkret wuchs der Umsatz in der Schweiz um 1,2 Prozent, im Ausland um 6,8 Prozent. Um Akquisitions- und Fremdwährungseffekte bereinigt, stagnierte der Umsatz in der Schweiz (-0,3 Prozent), im internationalen Geschäft resultierte ein Plus von 3,4 Prozent. Der Konzernumsatz legte organisch um 0,7 Prozent zu.

Grösste Produktegruppe von Emmi ist mit einem Umsatzanteil von 31,5 Prozent der Käse. Im Inland blieb dieser Umsatz stabil, im Ausland musste Emmi wechselkursbedingt ein Minus von 6,8 Prozent hinnehmen. Im Ausland hätten sich die Kaltbach-Produkte und die in den USA hergestellten Käse erfreulich entwickelt, schreibt Emmi dazu.

Sortiment gepflegt

Ausbezahlt hat sich für Emmi, dass das Sortiment auf Produkte mit hoher Wertschöpfung ausgerichtet wurde, und Produkte mit geringem Umsatzpotential eliminiert wurden. Der Bruttogewinn aus der Betriebstätigkeit konnte so im ersten Halbjahr um 3,6 Prozent auf 436,7 Mio. Fr. gesteigert werden.

Gestiegen ist auch der Betriebsaufwand, und zwar um 5,6 Prozent von auf 336,4 Mio. Franken. Grund dafür sind höhere Personal- und Strukturkosten, die durch Akquisitionen verursacht wurden. Gestiegen sind auch die Energiepreise. Der Vermarktungsaufwand wurde dagegen reduziert.

sda