«Es muss sofort etwas unternommen werden»: Nun nehmen die Stadtluzerner Jugendorganisationen offiziell Stellung zum Ende der Kartonsammlung

Durch den Wegfall der Kartonsammlungen entfallen den Jugendorganisationen der Stadt Luzern ein Grossteil der Einnahmen. Der Dachverband der Städtischen Jugendorganisationen hat nun Stellung genommen.

Pablo Mathis
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Am 7. Juli dieses Jahres wurde der Dachverband der Städtischen Jugendorganisationen (DSJO) in einer Sitzung mit dem Luzerner Stadtrat und dem Strasseninspektorat (STIL) informiert, dass die Kartonsammlungen in Zukunft nicht mehr von Jugendorganisationen durchgeführt werden. Zwar waren die Sammelaktionen bereits seit Ende März aufgrund des Coronavirus unterbrochen worden, das definitive Aus kam dennoch überraschend (wir berichteten).

Nun hat der DSJO eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht. In dieser zeigt er zwar Verständnis für die von der Stadt geäusserten Sicherheitsbedenken. Er fügt allerdings hinzu, dass die Sicherheitsstandards in Absprache mit dem Strasseninspektorat stets verbessert wurden, weshalb der Entscheid sehr unerwartet gekommen war. Und weiter heisst es:

«Anstatt der plötzlichen Sistierung unserer Zusammenarbeit hätte sich der DSJO einen konstruktiven Dialog gewünscht.»

Jugendvereine erhalten keine Subventionen

Das endgültige Ende der Sammlungen reisst indes ein klaffendes Loch in die Vereinskassen. Denn laut Schätzung des DSJO würden durch die rund 40 Sammelaktionen jährlich insgesamt 200'000 Franken eingenommen werden. Damit stellen sie 50 bis 80 Prozent der Einnahmen dar. Die hohe Abhängigkeit von diesen Zahlungen ergibt sich durch die tiefen Mitgliederbeiträge.

So soll auch Kindern aus finanziell schwächeren Familien eine Mitgliedschaft ermöglicht werden. Ferner subventioniert das Sportförderprogramm Jugend + Sport die wöchentlichen Aktivitäten der Jugendorganisationen nicht. Die finanzielle Unterstützung durch den Stadtrat sei «dringend notwendig, um die Angebote in der heutigen Form weiterzuführen».

Dachverband prüft eine Petition

Um die Lücke im Budget zu füllen, arbeite man bereits an Alternativen, heisst es von Seiten der DSJO. Der Dachverband prüfe unter anderem eine Petition – und habe mit diversen Grossstadträten Kontakt aufgenommen. Der Verband will so auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam machen. Es müsse «sofort etwas unternommen werden».

Unterstützung bekommen sie die Vereine von den Stadtluzerner Jungparteien. Diese fordern den Stadtrat auf, gemeinsam mit der DSJO eine gleichwertige Alternative zu finden oder eine Lösung für die Sicherheitsbedenken zu finden. Die FDP hat bereits eine Motion beim Stadtrat eingereicht.

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