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ENERGIE: Abwärme von Swiss Steel sorgt für ein wohltemperiertes Mooshüsli-Hallenbad

Nach einem Jahr Bauzeit wurde die Energiezentrale im Littauerboden gestern eröffnet. Mit Abwärme der Swiss Steel AG versorgt sie bereits seit Dezember etliche Gebäude – darunter auch das Emmen Center.
Gabriela Jordan
Bei der Eröffnung der neuen Energiezentrale im Littauerboden (von links): Swiss-Steel-CEO Carlo Mischler, EWL-CEO Stephan Marty und Regierungsrat Robert Küng. (Bild: Corinne Glanzmann (7. März 2018))

Bei der Eröffnung der neuen Energiezentrale im Littauerboden (von links): Swiss-Steel-CEO Carlo Mischler, EWL-CEO Stephan Marty und Regierungsrat Robert Küng. (Bild: Corinne Glanzmann (7. März 2018))

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

«Erfolgsgeschichte», «Meilenstein» und «Leuchtturmprojekt» waren einige der Ausdrücke, mit denen die neue, zehn Millionen teure Energiezentrale im Littauerboden bei der gestrigen Eröffnung gelobt wurde. Mit diesem Fernwärmeausbau sei man einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung weiter, waren sich Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung einig. «Die Wärmeenergie, die über das Fernwärmesystem in Siedlungen verteilt werden kann, entspricht einem Fünftel des Gasverbrauchs der Stadt Luzern», sagte Stephan Marty, CEO der Energie Wasser Luzern (EWL). «Das ist ein riesiger ökologischer Beitrag.»

Mit der Energiezentrale kann man neu die Abwärme des ebenfalls dort ansässigen Stahlherstellers Swiss Steel in das Fernwärmenetz einspeisen. Grob gesagt stammt die Abwärme vom zweiten Produktionsschritt, bei dem im Walzwerk unter grosser Hitze Stahlprodukte hergestellt werden. Zuvor wird dafür in einem ersten Schritt Metallschrott eingeschmolzen. Die Abwärme wird in die Energiezentrale geleitet, wo damit Wasser erhitzt wird. Das Wasser wird dann in speziell isolierten, unterirdischen Rohren zu den angeschlossenen Haushalten geleitet (siehe Grafik), wo es zum Heizen, Kühlen oder für Warmwasser gebraucht wird.

Zwei Erdgaskessel decken die Spitzenzeiten ab

«Das Kernstück der Anlage bilden zwei Wasserspeicher, die zusammen 400000 Liter fassen», erklärte bei der Führung Jörg Hoffmann, Gesamtprojektleiter Fernwärme bei der EWL. Die Temperatur betrage darin um die 115° C. Zur Zentrale gehören ausserdem zwei Erdgaskessel von je acht Megawatt Leistung, die zusätzlich zur Erzeugung von Fernwärme eingesetzt werden können. «Diese werden meistens allerdings nicht laufen, denn das Ziel ist ja, die Abwärme zu nutzen», so Jörg Hoffmann. Zum Einsatz kommen, könnten sie bei Störungen oder bei Engpässen im Winter. «Weil die Swiss Steel viel Abwärme zum Heizen ihrer Büroräume bereits selber braucht, steht der Energiezentrale im Winter weniger Abwärme zur Verfügung als im Sommer. Im Sommer können damit dann auch Gebäude gekühlt werden – so wie dies zum Beispiel beim Emmen Center bereits der Fall ist.»

Derzeit sind die zwei Erdgaskessel aber noch in Betrieb. Erst wenn im Herbst die Fernwärmeleitungen von Emmen und Perlen verbunden werden, kann für die Fernwärmeversorgung in der Region mehrheitlich Abwärme gebraucht werden. Dies ermöglicht die Kombination mit der Abwärme der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen. Ebenfalls in Planung ist ausserdem der Anschluss des Stadtteils Littau an das Fernwärmenetz. Dafür hat die Stadt im Dezember einen Förderbeitrag von 3 Millionen Franken gesprochen.

Bis 2020 sollen 8000 Haushalte versorgt werden

Am gesamten Fernwärmenetz sind laut der EWL aktuell 180 Kunden angeschlossen, darunter das Hallenbad Mooshüsli, das Luzerner Kantonsspital, das Emmen Center und Liegenschaften der Gemeinde Emmen (siehe Grafik). Das Netz soll zudem laufend ausgebaut werden und bis zum Jahr 2020 einen Wärmeabsatz von 80 Gigawattstunden pro Jahr leisten können. Damit können rund 8000 Haushalte ein Jahr lang mit Wärme versorgt werden. Im Vollausbau strebt die EWL laut CEO Stephan Marty einen Wärmeabsatz im dreistelligen Bereich an.

Leitungsnetz Fernwärme Emmen Luzern. (Bild: Grafik: Janina Noser)

Leitungsnetz Fernwärme Emmen Luzern. (Bild: Grafik: Janina Noser)

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