ENERGIE: Doppelt so viel Geld für Renovierer

Hausbesitzer werden bei Investitionen in die Wärmedämmung stärker unterstützt. Dies geschieht nicht zuletzt, weil Bundesgelder in der Vergangenheit nicht abgeholt wurden.

Roseline Troxler
Drucken
Teilen
Wer sein Gebäude isoliert, erhält ab diesem Jahr mehr Geld. (Bild: LZ Archiv)

Wer sein Gebäude isoliert, erhält ab diesem Jahr mehr Geld. (Bild: LZ Archiv)

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

Wer sein Gebäude besser isoliert, erhält ab diesem Jahr höhere Förderbeiträge. So werden Zentralschweizer Hausbesitzer bei Investitionen in die Wärmedämmung künftig mit 60 statt 30 Franken pro Quadratmeter unterstützt. Dies gilt für die Isolation bei der Fassade, dem Dach, den Wänden oder dem Boden (siehe Kasten).

Die Kantone Luzern, Zug, Schwyz, Uri sowie Ob- und Nidwalden arbeiten beim Förderprogramm zur Sanierung von Gebäudehüllen zusammen. Und wollen erreichen, dass künftig deutlich mehr Gebäude saniert werden. Der Luzerner Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor Robert Küng (FDP) sagte gestern anlässlich einer Medienkonferenz zum Förderprogramm: «Die Sanierungsrate liegt in der Zentralschweiz bei knapp 1 Prozent.» Dies sei viel zu gering, wenn man die Klimaziele des Bundes und der Kantone erreichen wolle.

Die Hälfte der Häuser ist älter als 40 Jahre

Laut Küng ist im Kanton Luzern rund die Hälfte der Gebäude über 40-jährig. «Ein Grossteil ist schlecht isoliert und hat einen hohen Sanierungsbedarf an der Gebäudehülle», sagt Küng. In der Schweiz sind Gebäude für rund einen Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich.

Ein Grund, dass Renovierer künftig doppelt so stark unterstützt werden, liegt vor allem am Bund. Die CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe wie Heizöl oder Erdgas wurde von 64 auf 80 Franken pro Tonne CO2 erhöht. Das Geld für das Förderprogramm stammt aus der Abgabe. Zudem wurden die Beiträge an die Kantone auf dieses Jahr hin neu verteilt.

Im aktuellen Jahr stehen den Zentralschweizer Kantonen gut 23 Millionen Franken für die Förderung von Sanierungen an der Gebäudehülle zur Verfügung. Dies ist mehr als doppelt so viel wie bisher. Auf den Kanton Luzern fallen 12,3 Millionen Franken. Für den Kanton Schwyz sind 4,7 Millionen vorgesehen. In Zug sind es 3,8 Millionen Franken. Nidwaldner Hausbesitzer werden mit bis zu 0,9 Millionen Franken unterstützt. In Obwalden und Uri stehen für Renovationen je 0,8 Millionen Franken zur Verfügung. Die Kantone haben durch das Förderprogramm keine Auslagen. «Die Administration wird ebenfalls über Bundesbeiträge finanziert», sagt Robert Küng. Er unterstreicht, dass durch Sanierungen die CO2-Abgaben in die Zentralschweiz zurückfliessen, und ergänzt: «Durch die Fördergelder werden Investitionen um Faktor 5 ausgelöst.» Somit werde auch die Baubranche massiv profitieren, ist Küng überzeugt.

Der Obwaldner Regierungsrat Paul Federer (FDP) rechnet damit, dass über 800 Gebäude saniert werden können, «wenn die 23 Millionen Franken genutzt werden». Vor zwei Jahren noch seien 620 Gesuche für Sanierungen bewilligt worden.

Bei zu vielen Gesuchen wird Warteliste eingerichtet

Die Erhöhung der Bundesbeiträge ist nicht der alleinige Grund, dass Hausbesitzer stärker unterstützt werden. Die Zentralschweizer Kantone wollen den Gebäudesanierungen neuen Schub verleihen. In den letzten Jahren blieben Fördergelder liegen. Im Kanton Luzern etwa gingen die Gesuche gar zurück. «Eine Verdoppelung der Beiträge bietet uns natürlich eine ganz andere Ausgangslage», betont Küng. Trotz der Erhöhung der Beiträge rechnet der Luzerner Regierungsrat, dass das Geld für das Förderprogramm in der Zentralschweiz ausreicht. «Wir haben noch Überträge von den letzten Jahren, wo die Gelder nicht ausgeschöpft wurden.» Auch Guido Scheiber, Leiter des Amts für Energie im Kanton Uri, unterstreicht, dass man für eine starke Zunahme der Gesuche gerüstet sei. Und er sagt: «Gibt es zu viele Gesuche auf einmal, können wir eine Warteliste einrichten.»

Wie die Finanzierung ab dem Jahr 2018 aussieht, steht noch nicht fest. So sieht die Energiestrategie vor, dass künftig pro investierten Franken durch den Kanton 2 Franken durch den Bund bezahlt werden sollen. Je nach Anzahl Gesuche ist es laut Robert Küng möglich, dass die Höhe der Beiträge wieder angepasst wird.

Nebst dem nationalen Förderprogramm haben die Kantone eigene kantonale Förderprogramme. Der Kanton Luzern etwa unterstützt den Bau von Solaranlagen oder automatischen Holzfeuerungen. Da der Kanton Luzern für das aktuelle Jahr noch kein rechtskräftiges Budget hat, werden Gesuche für das kantonale Förderprogramm laut Küng derzeit zwar bearbeitet, aber keine Zusagen gemacht.