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ENERGIEVERSORGUNG: 396 Neuenkircher kämpfen gegen Strommasten im Wohnquartier

Mitten durch Neuenkirch verläuft eine Starkstromleitung. Mit einer Petition kämpfen Anwohner nun dafür, dass die Masten verschwinden. Sie haben den Zeitpunkt günstig gewählt.
Evelyne Fischer
In Neuenkirch verläuft eine Höchstspannungsleitung mitten durch mehrere Wohnquartiere. (Bild: Boris Bürgisser (13. März 2018))

In Neuenkirch verläuft eine Höchstspannungsleitung mitten durch mehrere Wohnquartiere. (Bild: Boris Bürgisser (13. März 2018))

An diesem Bauwerk im 7000 Einwohner zählenden Neuenkirch hat sich schon so mancher Frust entladen: Durch die Quartiere Hubelmatt, Rösslimatt und Feldmatt verläuft eine Höchstspannungsleitung. Ende 2016 wurden deren Leiterseile wegen Beschädigungen auf einem 1400 Meter langen Abschnitt ausgetauscht. Eine Aktion mit unangenehmen Folgen: Bei Nebel, Regen oder Raureif brummte es fortan. So laut, dass Eigentümerin Swissgrid AG (siehe Kasten) handeln und die Leitung zeitweilig ausser Betrieb nehmen musste.

Das Problem soll nun mit der Installation von Spezialseilen behoben werden. Da diese über einen grösseren Durchmesser verfügen, läuft bis zum 20. März ein Plangenehmigungsverfahren.

Leitungsgegner schliessen sich zusammen

Betroffene wittern nun Morgenluft: Die neu gegründete Interessengemeinschaft IG Erdverlegung hat dem Gemeinderat letzte Woche eine Petition übergeben, wie die «Sempacher Woche» vermeldet hat. Ihre Forderung: Die Behörde soll prüfen, wie sich eine Um- und Erdverlegung der Starkstromleitung bewerkstelligen lässt. Und dafür sorgen, dass die Varianten weiterverfolgt werden. «Innert eineinhalb Wochen hatten wir 396 Unterschriften beisammen. Das zeigt, dass eine Erdverlegung ein echtes Bedürfnis ist», sagt IG-Sprecher und Anwohner Marc Meyer.

Laut Meyer leben in den betroffenen Quartieren rund 500 Bewohner. «Die öffentliche Auflage bot uns die Chance, mit Gemeinderat und Swissgrid in Kontakt zu treten», sagt er.

In einem ersten Schritt ergreifen die Anwohner nun das Rechtsmittel gegen das Bauvorhaben der Swissgrid. «Es wird Sammel- und Einzeleinsprachen geben», sagt Meyer. Mit der Petition wiederum will die IG Fakten erhalten und erfahren, was eine Verlegung kosten würde. «Ältere Berechnungen gehen von 12 Millionen Franken für einen Kilometer Erdverlegung aus. Aufgrund neuerer Verfahren dürfte dies heute aber weit günstiger sein.» Bewusst hat sich die IG gegen das Lancieren einer behördenverbindlichen Gemeindeinitiative entschieden. «Wir wollen nicht auf Konfrontationskurs gehen, sondern das Problem gemeinsam angehen.» Den Anwohnern gehe es nicht primär um das Landschaftsbild oder die Wertverminderung der Liegenschaft. «Wir sind überzeugt, dass die magnetische Strahlung einen Einfluss auf die Gesundheit haben kann», so Meyer. Bei einer Verkabelung wären auch die Stromverlustkosten im Vergleich mit einer Freileitung geringer, sagt er mit Verweis auf ein Bundesgerichtsurteil von 2011, das die Axpo aufforderte, in Riniken AG eine Leitung in den Boden zu verlegen. «Wir hoffen inständig, dass der Gemeinderat unser Anliegen ernst nimmt.»

Auch Gemeinderat will Einsprache erheben

Die Reaktion des Gemeinderats lässt nicht lange auf sich warten: «Nach Rücksprache mit unserem Rechtsanwalt haben wir entschieden, ebenfalls Einsprache zu erheben», sagt Gemeindepräsident Kari Huber. «Das Anliegen der Petitionäre ist berechtigt.» Der Gemeinderat erhofft sich auf diesem Weg ebenfalls, die Frage nach der technischen Machbarkeit zu klären.

Zur Möglichkeit einer Erdverlegung sagt Swissgrid-Sprecherin Isabelle Wenzinger, dass eine solche «im Zusammenhang mit der aktuellen Thematik nicht zur Diskussion» stehe. «Diese müsste zu gegebener Zeit in einem konkreten Projekt geprüft werden.»

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

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