ENGAGEMENT: Er beschützte Menschenrechtler in Kolumbien

Der Politologe Alexander Lötscher (29) lebte vom Juli 2008 bis August 2009 in der nordkolumbianischen Erdölmetropole Barrancabermeja – als unbewaffneter Bodyguard.

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Alexander Lötscher. (Bild pd)

Alexander Lötscher. (Bild pd)

Der einjährige Einsatz in Südamerika fand im Rahmen von Projekten von «Peace Brigades International» (PBI) statt, deren Schweizer Ableger in Bern domiziliert ist. Die von der UNO anerkannte Organisation setzt sich seit 1981 für den Schutz der Menschenrechte und die gewaltfreie Konfliktbearbeitung ein, wie es auf der Homepage der Schweizer Sektion heisst, die auf 500 Mitglieder zurückgreifen kann.

Bauernvereinigung erbat Hilfe
Im Jahr 2008 standen 13 Schweizer Freiwillige insgesamt 89 Monate im Einsatz. Einer davon war Alexander Lötscher aus Rothenburg. Seine Aufgabe: In einem international zusammengesetzten Team Aktivisten für Frieden begleiten, Demokratie und Gerechtigkeit und die Menschenrechtslage beobachten. Konkret: Der 29-Jährige fungierte unter anderem als Begleitschutz für Vorstandsmitglieder einer Bauernvereinigung. Diese hatte sich für Landwirte eingesetzt, die im Kontext der Erdölförderung in der von paramilitärischen Gruppen kontrollierten Barrancabermeja-Region von ihrem Land verjagt worden waren, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Engagement geht weiter
Lötscher habe Kolumbien als Land voller Lebensmut und Weisheit wahrgenommen: «Die Leute und das Land haben mir mehr gegeben, als ich zurückgeben kann». Sein Engagement ist noch nicht zu Ende: Er wird an von PBI organisierten Projekten für Gewaltfreiheit in Schulen teilnehmen und sich auch beruflich im Bereich der politischen Bildung in der Schweiz betätigen. Er selbst sagt dazu: «Die Herausforderung besteht nun darin alles Gelernte – auf persönlicher und beruflicher Ebene – mit dem Schweizer Alltag zu verknüpfen».

scd