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Engelberg/Hochdorf: Der Mystiker Sam Hess geht seinen eigenen Weg

Für Sam Hess (67) spielt der Wald seit Kindheit eine bedeutende Rolle. In seinen Büchern beschreibt er seine hellsichtigen Erlebnisse. Am Mittwoch tritt der Engelberger in Hochdorf auf.
Ernesto Piazza
Für Sam Hess ist der Wald «eine Oase der Ruhe und der Stille». (Bild: Jakob Ineichen, 17. Oktober 2018)

Für Sam Hess ist der Wald «eine Oase der Ruhe und der Stille». (Bild: Jakob Ineichen, 17. Oktober 2018)

Eine Klingel sucht man bei seiner Praxistür vergeblich. «Die Leute treten in der Regel einfach ein», sagt Sam Hess und lächelt. Der 67-Jährige mit seinem unübersehbaren Markenzeichen «Bart» ist ein unkomplizierter Mensch. Und ein sehr gefragter dazu. Soeben ist er von einem Klientenbesuch im Berner Seeland zurückgekehrt. Jetzt warten in seinem beruflichen Zuhause in Luzern einige Pendenzen auf die Erledigung. Doch dann geht es bereits zum nächsten auswärtigen Termin. Mittlerweile erstreckt sich sein Tätigkeitsgebiet über die Landesgrenzen hinaus.

Am Mittwoch hält Hess in Hochdorf einen Vortrag mit dem Titel «Niemand stirbt für alle Zeit». Der Anlass wird vom Verein Chronicus organisiert. Dieser befasst sich mit der Endlichkeit unseres Lebens und setzt sich für eine lebendige Trauer- und Abschiedskultur ein.

Zweite Karriere nach der Frühpensionierung

Früher wohnhaft gewesen in Spiez und auch in Sursee, lebt Hess heute mit seiner Frau in Engelberg. Mit 62 Jahren liess er sich frühpensionieren – und begann zugleich nochmals durchzustarten. Mittlerweile hat seine Berufswoche mehr als nur fünf Tage.

Als Mystiker und Mentor, wie er sich selber bezeichnet, ist der Engelberger vor allem auf zwei Ebenen unterwegs. Zum einen gibt er Waldseminare. Mit dieser Materie hatte Hess als Kind einer Försterfamilie bereits früh Berührungspunkte. Und dieses Thema begleitete ihn auch während seines Berufslebens. So war er unter anderem 21 Jahre für die Aus- und Weiterbildung sowie die Arbeitssicherheit des Forstpersonals im Kanton Bern zuständig. Der Wald ist für ihn «eine Oase der Ruhe und der Stille», welche ihm «Kraft und Erholung» gibt. Dieser Ort beinhalte stets auch «etwas Mystisches». Zudem hätten Bäume eine wunderbare Heilkraft.

Zum andern hilft Hess Menschen durch seine Hellsichtigkeit. Mit dieser Gabe wuchs er bereits auf. Schon früh habe er Begegnungen mit Verstorbenen, mit sogenannten geistigen Wesen gehabt, erklärt er. Oft wird er von besorgten Eltern gerufen. «Wenn sie beispielsweise bei ihrem Kind ein ungewöhnliches Verhalten feststellen und nicht mehr weiterwissen», sagt Hess. Oder, wenn sich jemand in seinen eigenen vier Wänden unwohl fühle. «Meistens sind Verstorbene der Grund, deren Geist noch da ist», weiss er. Vielfach reiche, dass man diesen Wesen vermittle, dass sie hier keine Funktion mehr hätten und «die Seele an den geistigen Helfer übergehen könne».

Geisteswesen gehören zu seinem Alltag

Für den 67-Jährigen gehören Begegnungen mit Geistwesen zu seinem Alltag. Er könne aber gut zwischen den zwei Welten differenzieren. Nur bei Dunkelheit sei das manchmal problematisch. «Deshalb fährt dann meine Frau mit dem Auto», so Hess.

Zu ihm kommen auch Menschen mit körperlichen Gebrechen. Oft wollen sie «nur» eine Meinung hören, einen Rat holen. «Bei Behandlungen sei entscheidend, die Wurzel des Problems zu finden, statt lediglich Symptome zu bekämpfen», erklärt er. «Wenn die Medizin dies erkennen würde, käme es zu viel weniger Operationen.»

Bis heute hat Sam Hess vier Bücher mit Titeln wie «Verbindung in die jenseitige Welt» oder «Wanderer in zwei Welten» herausgegeben. In Letzterem beschreibt er seine Erlebnisse mit Verstorbenen sowie ihren Zwischenwelten. Und er spricht über Leben und Tod. «Ich habe keine Angst davor, zu gehen», so Hess. «Wir sind eh nur eine begrenzte Zeit Gast auf einem vor grossen Veränderungen stehenden Planeten.» Und weil er ebenfalls beim Rettungsdienst arbeitete, habe er gelernt, Sterbende zu begleiten.

Protagonist in einem preisgekrönten Film

Im Januar erscheint das Buch «Geheimnis Wald – im Reich der Naturgeister» von Johann Nepomuk Maier. «Diesen Band widmet er mir und meiner Tätigkeit», erklärt Hess. Im Film «Die weisse Arche» von Edwin Beeler war der Engelberger auch einer der Protagonisten. 2017 wurde der Streifen mit dem Innerschweizer Filmpreis der Albert Koechlin Stiftung ausgezeichnet.

Grossen Wert legt der Mystiker auf seriöse Arbeit. Dass seine Tätigkeit bei Menschen Skepsis aufkommen lassen kann, ist ihm bewusst. «Es gibt Spötter. Wenn man so in der Öffentlichkeit steht, sowieso. Doch damit lebe ich», sagt er und lächelt erneut.

Hinweis: Der Vortrag findet am Mittwoch, 24. Oktober 2018, um 19.30 Uhr im Pfarreizentrum Hochdorf statt. Eintritt: 20 Franken.

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