ENGPASS: Asylsuchende sollen nach Sempach kommen

Der Kanton prüft das Zivilschutz-Ausbildungszentrum in Sempach als vorübergehende Asylunterkunft für maximal ein Jahr. Dies aufgrund eines Engpasses an Plätzen im Kanton Luzern.

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Soll zum Sicherheitszentrum werden: Das heutige Zivilschutz-Ausbildungszentrum in Sempach. (Bild pd)

Soll zum Sicherheitszentrum werden: Das heutige Zivilschutz-Ausbildungszentrum in Sempach. (Bild pd)

Der Stadtrat wurde am letzten Freitag, 13. Februar 2009, erstmals über die Abklärungen des Kantons, im Zivilschutz-Ausbildungszentrum Allmend allenfalls vorübergehend eine Asylunterkunft einzurichten, orientiert. Um sofort zu den nötigen Informationen zu gelangen, wurde am vegangenen Dienstag eine ausserordentliche Stadtratssitzung einberufen, an welcher auch der Verantwortliche des Kantons anwesend war, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

50 Personen in Containern
Ab März 2009 sei der Kanton dringend auf weitere Unterkunftsmöglichkeiten angewiesen. Als Lösung zur Überbrückung des neuerlichen Engpasses in der Unterbringung von Asylsuchenden ab Ende März 2009 werden nun Teile des im Eigentum des Kantons stehenden Zivilschutz-Ausbildungszentrums Allmend (AZS) geprüft. Dort sind Zimmer frei und könnten sofort genutzt werden (rund 30 Plätze). Es brauche keinen zusätzlichen Aufwand (Einrichtung, Heizung sind vor-handen). Ebenfalls seien Räume für eine Tagesstruktur vorhanden. Als Ergänzung könnten auf den Aussengeländen des AZS schnell und einfach Container aufgestellt und damit zusätzliche Unterkunftsplätze generiert werden. Maximal könnten somit 80 Asylsuchende untergebracht werden.

Von den Verantwortlichen wird zugesichert, dass die Unterkunft einige Monate, maximal ein Jahr beansprucht werden soll. Die Asylunterkunft würde von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas Luzern im 24-Stunden-Betrieb geführt werden. Zur Information der Bevölkerung organisiert der Stadtrat anfangs März mit den Beteiligten einen Infoabend. Sobald darüber nähere Einzelheiten bekannt sind, wird die Bevölkerung wieder orientiert.

Chlotisberg noch bis im April
Dem Kanton Luzern werden durch das Bundesamt für Migration seit Juni 2008 monatlich 70 bis 80 Asylsuchende zugewiesen. Dies sind dreimal mehr als die Prognosezahlen des Bundesamtes für Migration. Die meisten Asylsuchenden stammen aus Eritrea, Somalia, Irak, Türkei und Sri Lanka. Die Ausreisen von Asylsuchenden haben zudem abgenommen. Der Kanton Luzern benötigt aufgrund der Zunahme an Asylgesuchen Wohnungen und ein zusätzliches Asylzentrum. Als Überbrückung konnte das Bildungs- und Sportzentrum Chlotisberg in Gelfingen für die Unterbringung von Asylsuchenden von Mitte Dezember 2008 bis April 2009 gemietet werden.

scd