Enteignet und vom Staat in Stich gelassen

Vor 16 Jahren ist die Familie Zulauf vom Staat enteignet worden. Noch immer wartet sie auf die Entschädigung. Nun setzt sich die Gemeinde Horw für sie ein.

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Urs Zulauf beim Rest des enteigneten Grundstücks am See. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Urs Zulauf beim Rest des enteigneten Grundstücks am See. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

1992 wurde den Zulaufs und 17 weiteren Parteien beschieden, dass sie das 740 Quadratmeter grosse Seegrundstück mit Bootsanlegeplatz in Ennethorw künftig nicht mehr nutzen können. Der damals bevorstehende Ausbau der Autobahn A 2 und die veränderte Linienführung des Bahntrassees machten diesen Schritt nötig. Nachdem eine "gütliche Einigung", so Urs Zulauf, gescheitert war, habe der Kanton Luzern das Dossier 1995 der eidgenössischen Schätzungskommission übergeben.

Die Kommission kam 14 Jahre später zu einem Entscheid. Aber diesen akzeptierte Zulauf nicht. Denn mittlerweile beläuft sich der Streitwert nicht mehr nur auf ein paar tausend Franken. Im Raum steht heute eine Forderung von 405'000 Franken. So viel verlangt Urs Zulauf vom Kanton Luzern.
Zulauf zog den 2009 von der Schätzungskommission gefällten Entscheid ans Bundesverwaltungsgericht weiter. Zulauf wurde in seinem Bestreben bestärkt, dass er für die vor 16 Jahren erfolgte Enteignung nach marktüblichen Gepflogenheiten entschädigt werden muss.

Die Präsidentin der Schätzungskommission, die Schwyzer Anwältin Carla Wassmer, will sich zum laufenden Verfahren nicht äussern. Anders die Gemeinde Horw, die mit der Angelegenheit faktisch nichts zu tun hat. Sie möchte ihren Dienst anbieten und Parteien zu einer Vergleichsverhandlung an einen Tisch bringen.

Thomas Heer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag.