Entenfamilie legt Verkehr lahm

Im Bereich Alpenstrasse / Schweizerhofquai ist der Verkehr am Dienstagmittag für zehn Minuten stillgestanden. Der Grund: Eine 17-köpfige Familie auf dem Weg zum Schwimmunterricht.

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Die Entenfamilie watschelt der Alpenstrasse entlang Richtung See. (Leserbild Evi Schmid)

Die Entenfamilie watschelt der Alpenstrasse entlang Richtung See. (Leserbild Evi Schmid)

Seelenruhig führt eine Entenmutter ihre Kleinen spazieren - mitten im Mittagsverkehr. Leserreporterin Evi Schmid berichtet, dass die «allein erziehende Mutter» gegen 11.45 Uhr die ganze Alpenstrasse entlang gelaufen seien. «Ich habe dann zusammen mit zwei Frauen den ganzen Verkehr aufgehalten, damit die Mutter mit ihren 16 Jungen die Strasse entlanglaufen beziehungsweise überqueren und zum ersten Mal im Vierwaldstättersee baden konnten.» Woher die Entenfamilie aber gekommen sei, kann sie nicht sagen. Der Verkehr am Schweizerhofquai sei rund zehn Minuten blockiert gewesen.

Keine Seltenheit

Immer wieder sind in der Luzerner Altstadt Entenfamilien anzutreffen, die Richtung Reuss oder See watscheln. «Häufig werden die Familien von Menschen oder freilaufenden Hunden auseinandergetrieben», sagt Sebastian Meyer, Vogelschutzobmann bei der Ornithologischen Gesellschaft Stadt Luzern (OGL). «Dann kann es vorkommen, dass die Mutter ihre Jungen im Stich lässt und später nicht mehr findet. Alleine haben die Küken keine Chance, das Wasser zu finden, sie irren ziellos umher.» Schlimm sei es auch, wenn Passanten die Küken ins Wasser werfen. «Das Gefieder der jungen Gänsesäger ist noch nicht wasserdicht,
weshalb sie nur kurz im Wasser bleiben dürfen. Sind sie ohne ihre Mutter im Wasser unterwegs, ist die Gefahr gross, dass sie ertrinken oder an Unterkühlung sterben.»

Die Ornithologische Gesellschaft der Stadt Luzern (OGL) rät:

  • Familie zur Reuss oder zum See begleiten. Langsam, mit 10 bis 20 Metern Abstand hinter der Familie hergehen. Falls mehrere Personen mithelfen, den Weg auch nach vorne absichern, Leute zur Seite bitten und allenfalls den Verkehr kurz anhalten. Die Tiere nicht erschrecken.
  • Junge auf keinen Fall einfangen und/oder am See aussetzen! OGL-Aktive beiziehen oder die Jungen vorsichtig auf einer menschenleeren Fläche zusammentreiben. Die Mutter sucht eventuell nach ihnen.

Familie zur Reuss oder zum See begleiten. Langsam, mit 10 bis 20 Metern Abstand hinter der Familie hergehen. Falls mehrere Personen mithelfen, den Weg auch nach vorne absichern, Leute zur Seite bitten und allenfalls den Verkehr kurz anhalten. Die Tiere nicht erschrecken.

Junge auf keinen Fall einfangen und/oder am See aussetzen! OGL-Aktive beiziehen oder die Jungen vorsichtig auf einer menschenleeren Fläche zusammentreiben. Die Mutter sucht eventuell nach ihnen.

rem/bin

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