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Befürworter des Marktplatzes in Entlebuch reagieren scharf auf Kritik

Kurz vor der Abstimmung zur Umgestaltung des Marktplatzes hat ein Flyer die Diskussionen neu entfacht. An der Orientierungsversammlung warfen Befürworter und Gegner noch einmal ihre Argumente in die Waagschale.
Urs-Ueli Schorno
Visualisierung des geplanten Dorfplatzes in Entlebuch. Bild: PD

Visualisierung des geplanten Dorfplatzes in Entlebuch. Bild: PD

«Es wird genügend Arbeit für alle haben.» Mit diesem Statement erreichte die Stimmung im Hotel Drei Könige an der Orientierungsversammlung zum Projekt «Marktplatz» ihren Höhepunkt. Gesagt hat dies der Entlebucher Adrian Müller, einer der beiden Investoren der Müller & Stalder Immobilien, die einen kleineren Teil des 30- bis 40-Millionen-Projekts «Marktplatz» realisieren wollen. Der wohl lauteste Applaus des Montagabends der über 200 Besucher folgte seinen Worten.

Im Vorfeld sorgte ein Flugblatt für Diskussionen, das den Stimmbürgern empfahl, am 31. März ein «Nein» zum geplanten «Jahrhundertprojekt» in die Urne zu legen. Verfasst worden war es unter der Federführung der lokalen SVP, unterzeichnet auch von kleineren Betrieben aus der Gemeinde. Kritisiert wurde, dass ein auswärtiger Investor den neuen Entlebucher Dorfplatz baue und damit lokale Handwerker zu kurz kämen. Gemeint war nicht Müller & Stalder, sondern Generalunternehmer Anliker. Auch am Verkehrskonzept stiessen sich die Gegner.

Die Reaktion der Befürworter liess nicht lange auf sich warten. Sie haben die IG Pro Marktplatz gebildet, die gestern Abend bereits über 260 Unterzeichner aufwies.

Interessengemeinschaft will Zeichen setzen

Anlass für die Gründung der IG war gemäss Mitglied Martin Huber (FDP) aber nicht besagter Flyer, sondern ein «als Fasnachtszeitung getarntes, anonymes Flugblatt», das versucht habe, das Projekt Marktplatz und die Projektverfasser «ins Lächerliche zu ziehen». «Die Initianten der IG Pro Marktplatz wollen dieser ‹Schmierenkampagne› ein deutliches Zeichen entgegensetzen – mit Personen, die öffentlich für den Bebauungsplan Marktplatz einstehen», so Huber. Insbesondere stösst er sich daran, dass die Gegner den Marktplatz etappenweise bauen wollen. «Wer hat Interesse daran, dass auf der mitten im Dorf klaffenden Baulücke Marktplatz noch zehn und mehr Jahre unkoordiniert kosmetisch-bauliche ‹Verbesserungen› vorgenommen werden?», fragte Huber an der Versammlung.

Dort hat auch die lokale FDP die Ja-Parole verkündet, während die CVP am 20. März entscheiden will. Der Vorstand des Gewerbeverbandes empfiehlt das über zehn Jahre gereifte Projekt zur Annahme, nachdem sich in einer Umfrage eine grosse Mehrheit der Mitglieder dafür aussprach.

Kritische Fragen an die SVP

Auch SVP-Kantonsrat Bernhard Steiner durfte seine Kritikpunkte noch einmal ausführen. Mit fortlaufender Dauer des Vortrags wurde auf den Stühlen getuschelt. Weshalb Steiner trotz Kritik keine Einsprache gegen das Projekt eingereicht hat? Die SVP habe sich bereits im Vorfeld mehrfach eingebracht und viele der Kritikpunkte geäussert. «Der Entscheid, ob dieser Bebauungsplan den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger von Entlebuch genügt, sollte aber definitiv nicht am Tisch der Jurisprudenz geprüft werden, sondern durch die Stimmbevölkerung von Entlebuch», antwortete Steiner auf Anfrage.

Die Nein-Parole der SVP gab zudem zu Diskussionen Anlass. Der Vater der SVP-Ortsparteipräsidentin und Schwiegervater des SVP-Kantonsrats Steiner engagiert sich im nämlich im Pro-Komitee. «In vielen Familien sind die Meinungen geteilt», sagt Steiner und er trenne klar zwischen den Aktivitäten in seiner Partei und Privatem. Es gehe schliesslich auch darum, dass die einheimischen Handwerker nicht zu kurz kommen und die Bebauung nicht zu günstig dem Grossinvestor zu überlassen.

Die Nein-Parole der SVP gab zudem zu Diskussionen Anlass. Der Vater der SVP-Ortsparteipräsidentin und Schwiegervater des SVP-Kantonsrats Steiner engagiert sich im nämlich im Pro-Komitee. «In vielen Familien sind die Meinungen geteilt», sagt Steiner und er trenne klar zwischen den Aktivitäten in seiner Partei und Privatem. Es gehe schliesslich auch darum, dass die einheimischen Handwerker nicht zu kurz kommen und die Bebauung nicht zu günstig dem Grossinvestor zu überlassen.

Unter der Leitung von Gemeindepräsidentin Vreni Schmidlin (FDP) waren die Vertreter der Gemeinde und die Bauherren bemüht, Vorteile herauszustreichen. Im Anschluss erhoben viele der Besucher die Stimme für oder – in selteneren Fällen – gegen das Projekt. Besonders die Investoren waren immer wieder Thema – und mit ihnen die lokale Wertschöpfung.

Adrian Müller hielt im eingangs erwähnten Votum fest, dass auch der Generalunternehmer Aufträge an lokale Anbieter vergeben könne: «Vielleicht sollten sich kleinere Unternehmer zusammenschliessen, um den Grossen Paroli zu bieten.» Zudem entstehe auch Wertschöpfung durch Umzüge in die 52 geplanten Wohnungen am Marktplatz, wodurch oft sanierungsbedürftige Häuser frei würden.

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