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Entlebuch erhält einen neuen Marktplatz

Der Dorfkern in Entlebuch kann für 40 Millionen Franken umgestaltet werden. Die Stimmbürger gaben grünes Licht für das «Jahrhundertprojekt» – und zwar deutlich.
Urs-Ueli Schorno
So soll sich der Dorfplatz Entlebuch ab 2022 präsentieren. Visualisierung: PD

So soll sich der Dorfplatz Entlebuch ab 2022 präsentieren. Visualisierung: PD

Jubel bei den Befürwortern des Marktplatzes Entlebuch: Die Stimmbürger sagen Ja zum Bebauungsplan: 64,6 Prozent der Bevölkerung sprachen sich gestern für das Grossprojekt aus. Zum Sonderkredit über 1,28 Millionen Franken für die öffentlichen Parkplätze fiel die Zustimmung mit 64,72 Prozent Ja-Stimmen ebenfalls deutlich aus. Die Stimmbeteiligung betrug insgesamt 67 Prozent.

«Ich bin sehr glücklich», sagt Gemeindepräsidentin Vreni Schmidlin-Brun (FDP).

«Dafür haben wir uns zehn Jahre lang vorbereitet und das hat die Bevölkerung nun anerkannt.»

Die Investoren – die Anliker Holding AG mit Sitz in Emmenbrücke und die einheimischen Müller & Stalder Immobilien – können nun die konkrete Planung in Angriff nehmen. Nachfolgend würden die benötigten Baubewilligungen erteilt. Schmidlin-Brun geht davon aus, dass ab dem Frühling 2020 die Bagger auffahren können. Es wird mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren gerechnet.

Was in dieser Zeit entsteht: Für 30 bis 40 Millionen Franken erhält die Gemeinde Entlebuch ein neues Dorfzentrum. 52 Wohnungen, ein Parkhaus, eine Coop-Filiale, Geschäftsräume sowie ein Treffpunkt mit Café, Sitzbänken und einem Brunnen sind die Eckpfeiler des Megaprojekts, das auf Höhe des Marktplatzes, nördlich und südlich der Glaubenbergstrasse, geplant ist. Eigentlich war vom Gemeinderat vorgesehen, dass über den Bebauungsplan, die Zonenplanänderung und den Sonderkredit bereits Ende 2018 an der Gemeindeversammlung befunden wird. Mit einer Unterschriftenaktion erwirkte die lokale SVP aber die Abstimmung an der Urne. Unter Federführung von Parteipräsidentin Jeanette Steiner fasste man die Nein-Parole. Befürchtet worden war vor allem, dass durch den Grossinvestor Anliker die Wertschöpfung für die Region zu gering ausfalle.

Die Wertschöpfung soll in der Region bleiben

Die Befürworter – darunter der Gemeinderat, alle übrigen Parteien und die IG Marktplatz – bezichtigten die Gegner derweil der Falschinformation und persönlichen Interessen. Mit einer Informationsveranstaltung bemühte sich der Gemeinderat um die korrekte Wiedergabe der Fakten. «Die beiden Baumeister sind sehr wohl gewillt, Handwerkerarbeiten an regionale Unternehmen zu vergeben», betonte die Gemeindepräsidentin. Der einheimische Unternehmer Adrian Müller versprach vor 200 Zuhörern: «Es wird genug Arbeit für alle haben».

Parallel zu den Gebäudeplanungen startet der Gemeinderat nun Abklärungen zum Standort der Gemeindeverwaltung. Es wird dabei geprüft, ob diese in eines der neuen Gebäude beim Marktplatz einziehen soll und damit die bisherigen Räume für den benötigten Schulraum zur Verfügung gestellt werden können. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger können voraussichtlich im Herbst 2019 darüber entscheiden.

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