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Entlebuch: Es harzt mit dem
Saal-Entscheid

Die bisherigen Säle der Gemeinde Entlebuch für kulturelle Anlässe oder Versammlungen haben ausgedient. Als Ersatz hat der Gemeinderat nun zwei Varianten zur Hand – in zwei Gebäuden mit Geschichte.
Evelyne Fischer
Vorstellung eines Theaterstücks im Hotel Port im Entlebuch. (Bild: Dominik Wunderli)

Vorstellung eines Theaterstücks im Hotel Port im Entlebuch. (Bild: Dominik Wunderli)

Für Theater, Konzerte oder Gemeindeversammlungen soll ab 2019 in Entlebuch ein neuer Saal bereitstehen – jedenfalls, wenn es nach den Plänen des Gemeinderats geht. «Entlebuch braucht einen neuen Saal, der für verschiedenste Zwecke genutzt werden kann», sagt Gemeinderätin Vreny Müller, welche die 15-köpfige Saal-Kommission leitet.

Heute kann die Gemeinde auf zwei Säle zurückgreifen – einen im Hotel Drei Könige, einen im Hotel Port. Doch die Zukunft des Drei-Könige-Saals ist ungewiss und für die Gemeinde langfristig keine Variante, wie der «Entlebucher Anzeiger» kürzlich berichtet hat. Ebenfalls vom Tisch ist die Idee, einen Saal in die Überbauung am Marktplatz zu integrieren. Noch im Rennen sind daher folgende Varianten: der heutige Saal im Hotel Port oder ein neuer im «Businesspark Aentlebuch».

Der Entscheid für die eine oder andere Variante sollte zunächst im April fallen. Offene Fragen führen nun aber zu Verzögerungen, wie es an der Gemeindeversammlung hiess. «Die beiden Projekte sind sehr unterschiedlich», so Müller. «Die Kommissionsmitglieder wollen die Varianten in den Vorständen der kulturellen Vereine nochmals thematisieren.» Zudem lässt sich die Kommission noch Unterlagen nachreichen. «Ein Entscheid ist im Juli zu erwarten.»

Hotel Port: Wolhuser Investor will einspringen

Die heutigen Säle können Vereine bislang gratis reservieren, der neue Saal müsste laut Vreny Müller «zu günstigen Konditionen» gemietet werden. Knackpunkt bei der Variante Port ist der Zustand des Saals: «Die Fenster sind undicht, die Heizung und die sanitären Anlagen sind in die Jahre gekommen, und der Boden ist stark abgenutzt», sagt Müller. Die nötige Renovation will der heutige Besitzer nicht mehr auf sich nehmen, mit Bauunternehmer Walter Roos aus Wolhusen würde er jedoch einen Investor präsentieren, der in die Bresche springt. Roos würde den Betrieb kaufen und den Saal, der Platz für 350 Personen bietet, renovieren. «Mit Kauf und Saalsanierung würde ich rund 7 bis 8 Millionen Franken ins Hotel investieren», sagt Roos. «Allerdings nur unter der Bedingung, dass sich die Gemeinde beteiligt.» Ohne diese Grundauslastung wäre das Geschäft «unternehmerisch zu unsicher», so Roos, dem einige Liegenschaften im Raum Wolhusen gehören. Die Gemeinde könnte den Saal mieten oder ihn als Stockwerkeigentum erwerben. «Letzteres hätte den Vorteil, dass dies eine zeitlich unbefristete Lösung darstellen würde», sagt Vreny Müller. Roos hingegen bevorzugt die Mietlösung, da sie «einfacher in der Handhabung» sei.

Zweite Variante im Businesspark

Variante zwei wäre ein Saal für 350 bis 400 Personen im zweitobersten Stock des «Businesspark Aentlebuch», auf dem Areal des ehemaligen Versandhauses Ackermann. Dieses gehört der A Aco AG. «Für unsere grossen Flächen hatten wir bereits mehrfach Anfragen für Veranstaltungen», sagt Peter Lüthi, Projektleiter beim Businesspark. Auch weil bereits ein Panoramarestaurant und ausreichend Parkplätze vorhanden seien, würde sich der Bau eines multifunktionellen Saals anbieten. Für die nötige Raumhöhe würde ein Boden entfernt. Dies sei relativ einfach zu bewerkstelligen. «Denn nur die Böden jeder zweiten Etage sind betoniert.» Geplant ist, dass sich die Gemeinde an den Betriebskosten beteiligen würde. Zahlen will Lüthi keine nennen. Fest steht: Auch wenn es standortbedingt nicht ganz einfach ist, die Gewerbeflächen zu vermieten, wird mit der Saalnutzung langfristig eine kleinere Rendite erzielt. Laut Lüthi versteht die Besitzerfamilie dieses Engagement jedoch als Zeichen «der jahrzehntelangen Verbundenheit» mit Entlebuch.

Einen Saal-Favoriten gibt es laut Vreny Müller nicht: «Beide Standorte haben Vor- und Nachteile. Das ‹Port› ist ein Haus mit Tradition und befindet sich mitten im Dorf, der Businesspark liegt direkt neben dem Bahnhof.» Nach dem Saal-Entscheid haben die Stimmbürger ein wichtiges Wort mitzureden: Um den «Port»-Saal im Stockwerkeigentum zu kaufen oder um die langfristige Nutzung – insbesondere die Miete – an einem der beiden Säle zu sichern, braucht es einen Kredit. Trotz der Verzögerung dürfte dieser im Frühjahr 2018 an der Urne zur Abstimmung kommen. Vreny Müller: «Ziel ist es, dass Ende 2018 Baustart ist.»

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