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ENTLEBUCH: Gerichtsurteil bremst Kraftwerkpläne der CKW aus

Das Luzerner Kantonsgericht hat eine Beschwerde von Umweltverbänden gegen das geplante Wasserkraftwerk an der Waldemme gutgeheissen. Doch die Stromproduzentin CKW will das 32-Millionen-Franken-Projekt noch nicht aufgeben.
Chiara Stäheli
Dient vorerst nicht der Stromproduktion: die Waldemme. (Bild: Manuela Jans-Koch (Flühli, 18. November 2016))

Dient vorerst nicht der Stromproduktion: die Waldemme. (Bild: Manuela Jans-Koch (Flühli, 18. November 2016))

Die Umweltverbände zeigen sich erfreut, die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) ist enttäuscht: Das Luzerner Kantonsgericht hat eine Beschwerde mehrerer Umweltverbände gegen das geplante Wasserkraftwerk an der Waldemme gutgeheissen. Es bestätigt damit die Haltung der Verbände WWF, Aqua Viva und Pro Natura sowie des Fischereiverbandes. Diese sind der Meinung, dass natürliche Landschaften – wie die Lammschlucht zwischen Flühli und Schüpfheim – für die Stromproduktion nicht unverhältnismässig beeinträchtigt werden dürfen.

In seinem Urteil kommt das Gericht zum Schluss: Der Regierungsrat hat bei der Konzessionsvergabe an die CKW Fehler gemacht. Die Interessenabwägung zwischen Wirtschaftlichkeit des Projektes und Eingriff in die Natur sei unzureichend. Die Regierung habe nicht berücksichtigt, dass die CKW ihre ursprünglichen Pläne überarbeiten musste und das Kraftwerk somit weniger Strom produzieren kann als geplant. Das Gericht erachtet die Waldemme und insbesondere die Lammschlucht als «schutzwürdiges Naturobjekt», deren Erscheinungsbild mit dem Kraftwerk wesentlich verändert wird. Es weist den Fall nun zur Neubeurteilung an den Regierungsrat zurück.

Kurt Eichenberger, Geschäftsleiter von WWF Luzern, ist zufrieden: «Wir freuen uns sehr über das Urteil. Das Gericht bestätigt, dass es sich bei der Lammschlucht um eine einzigartige Schlucht handelt, an deren Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht.»

WWF hofft, dass CKW Projekt aufgibt

Sehr wichtig ist den Verbänden, dass das Gericht die Verhältnismässigkeit von Stromproduktion und Natureingriff in Frage stellt. «Wir hoffen nun, dass die CKW das Projekt aufgibt und das Geld in effizientere Vorhaben investiert, ohne die Natur und die Landschaft zu schädigen», so Eichenberger von WWF Luzern.

Für die CKW ist dies derzeit aber kein Thema: «Wir nehmen das Urteil zur Kenntnis, werden das Projekt aber keinesfalls voreilig sistieren», sagt Mediensprecher Marcel Schmid. Zum Vorwurf der schlechten Wirtschaftlichkeit meint er: «Wir planen sicherlich kein Kraftwerk, das wirtschaftlich nicht rentiert.» Die CKW kann das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen. Ob sie davon Gebrauch macht, lässt Schmid offen: «Wir werden das Urteil analysieren und planen dann das weitere Vorgehen.» Auch die Regierung wird das Urteil prüfen und weitere Schritte vorbereiten, teilt das zuständige Departement auf Anfrage mit.

Bereits seit 2008 ist die CKW AG mit dem 32-Millionen-Franken-Projekt an der Waldemme beschäftigt. Das Kraftwerk soll Strom für rund 3800 Haushalte liefern, was etwa einem Fünftel des Stromverbrauchs der Region Entlebuch entspricht. Nach diversen Einsprachen hat die CKW im Oktober 2016 vom Regierungsrat die Konzession erhalten. Daraufhin reichten die Naturverbände beim Kantonsgericht gemeinsam Beschwerde ein.

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

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