Entlebuch

Pläne begraben: Doch kein Kultur- und Kongresszentrum auf dem Dach des Businessparks

Seit Mai 2020 befand sich das Projekt Kultur- und Kongresszentrum Entlebuch in der Vorprojekt-Phase. Doch die Projekt-Trägerschaft ist zum Schluss gekommen, dass es betriebswirtschaftlich nicht tragbar ist. Nun wird das Projekt sistiert.

Fabienne Mühlemann
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Es waren grosse Pläne: Auf dem Dach des Businessparks Aentlebuch sollte das Kultur- und Kongresszentrum Entlebuch (KKE) entstehen. Am Montag gab das Projekt-Team jedoch bekannt, dass aus den Plänen doch nichts wird. «Aus Sicht der Projekt-Trägerschaft ist das KKE betriebswirtschaftlich nicht tragbar. Deshalb erscheint das unternehmerische Risiko, auch unter dem Gesichtspunkt des heutigen angespannten Marktumfeldes in der Veranstaltungsbranche, als zu hoch», heisst es in der Mitteilung. Das Projekt werde sistiert, die bestehende Projekt-Trägerschaft per Ende Jahr aufgelöst.

Die ursprünglichen Pläne des Kultur- und Kongresszentrum.

Die ursprünglichen Pläne des Kultur- und Kongresszentrum.

Visualisierung: PD

Im Vorprojekt habe man intensiv an vertieften Abklärungen zu den Investitionskosten gearbeitet. Fachliche Abklärungen führten höhere Kosten zu Tage als angenommen. Der Standort habe sich als baulich aufwendig und kostenintensiv herausgestellt. «Zudem sind die bisher gesicherten Beiträge nicht ausreichend, um eine Investition in der vorgesehenen Grössenordnung nachhaltig zu sichern», heisst es weiter. Weiter wurde mit dem «Projekt Port» eine andere Lösung von privater Seite publiziert.

300'000 Franken an Kosten entstanden

Projektleiter Raymond Studer zeigt sich auf Anfrage enttäuscht. «Das Projekt-Team, wie auch die Projekt-Trägerschaft hat mit grosser Hingabe und Leidenschaft an der Umsetzung der Idee gearbeitet, daher war dieser Entscheid alles andere als einfach.» Themen wie Erdbebenertüchtigung des ganzen Gebäudes und die Schaffung von Fluchtwegen hätten dazu geführt, dass der Bau aufwendig und kostenintensiv geworden wäre. «Ein detailliertes Architekturkonzept wäre dann erst ausgearbeitet worden, wenn sich die Projekt-Trägerschaft zur Umsetzung des KKEs entschlossen hätte.»

In das Projekt wurde viel Zeit und Geld gesteckt. «Wir haben für das Projekt KKE bis zur Phase Umsetzung und bis Ende 2021 ein Budget von rund 500'000 Franken eingeplant, welches so in die Projektvereinbarung der Neuen Regionalpolitik (NRP) eingeflossen ist», so Studer.

«Aus heutiger Sicht gehen wir von total rund 300'000 Franken an Kosten aus, die im Projekt KKE über die vergangenen 2 Jahre entstanden sind.»

Für diese Kosten seien einerseits die NRP sowie die Projektträgerschaft in Form von finanziellen Mitteln und Eigenleistung aufgekommen.

Das Projekt habe trotzdem zu diversen positiven Entwicklungen geführt: Eine Absichtserklärung für die Errichtung von Hotelzimmern in der Region, eine Komposition von Reto Stadelmann oder die Initiierung und Gründung der Entlebucher Kulturstiftung. Und: Die neu gegründete Stiftung werde sich dem für die Weiterentwicklung der Region wichtigen Thema eines Kultur- und Kongresshauses in der Talschaft Entlebuch annehmen. Studer:

«Die Region hat nun mit ihr ein Gefäss, in dem ein KKE in Entlebuch oder einer anderen Gemeinde neu initiiert werden kann.»