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Er prägt die Szene wie kaum ein anderer: Jodlerkomponist Ruedi Renggli wird ausgezeichnet

Der Entlebucher Ruedi Renggli zählt zu den bekanntesten Komponisten der Schweiz. Nun erhält er den «Goldenen Violinschlüssel».
Monika van de Giessen
Blickt auf 183 Kompositionen zurück: Ruedi Renggli in seinem Garten in Finsterwald. (Bild: Nadia Schärli, 11. Oktober 2019)

Blickt auf 183 Kompositionen zurück: Ruedi Renggli in seinem Garten in Finsterwald. (Bild: Nadia Schärli, 11. Oktober 2019)

Ruedi Renggli aus Finsterwald ist ein ganz Grosser in der Jodlerszene. An Jodlerfesten zählen seine Kompositionen zu den am häufigsten gewählten Wettvorträgen. In seinen Liedern spürt man die Verbundenheit zur Heimat, den Respekt und die Liebe zur Natur, zum Bauernstand und zur Familie. Seine Kompositionen sind anspruchsvoll, harmonisch variantenreich, gehaltvoll und ausdrucksstark.

Etwas zeichnen seine Kompositionen ganz speziell aus; sie haben eine Seele, sie hallen nach und verleiten zum Mitsingen. Anders, als bei manch zeitgenössischen Komponisten, die genau diese Eigenschaft in ihren Kompositionen vermissen lassen.

«Auszeichnung bedeutet mir sehr viel»

Diese Woche wird Ruedi Renggli nicht so schnell vergessen: Am Freitag feierte er seinen 67. Geburtstag und am Samstag wird er mit dem «Goldenen Violinschlüssel» ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist nicht mit einem Geldbetrag verbunden. Ruedi Renggli ist nach Franz Stadelmann und Hermann Studer, beide aus Escholzmatt, erst der dritte Entlebucher, der diese Auszeichnung entgegennehmen darf. Dass der «Goldene Violinschlüssel» in diesem Jahr an den stets bescheiden gebliebenen Komponisten aus Finsterwald geht, ist längst überfällig.

Der Entlebucher, für den das Singen und Komponieren neben seinem Beruf als Landwirt stets Hobby war, sagt:

«Die Auszeichnung bedeutet mir sehr viel. Sie ist für mich eine Ehre und zugleich Anerkennung und Wertschätzung meines Schaffens und Wirkens. Ich freue mich sehr.»

Ruedi Renggli sieht es als seine Aufgabe, das traditionelle Jodellied und vor allem auch den Entlebucher Naturjodel zu pflegen und weiterzugeben.

Seine Schaffenskraft ist ungebrochen. 183 Kompositionen, davon 91 Jodellieder, 42 Naturjodel (Melodie ohne Worte), 5 Alphornkompositionen und 45 Instrumentaltitel stammen aus seiner Feder. Nicht weniger als 17 Tonträger sind in der Zeit von 1986 bis heute entstanden. Die neueste CD «Jodu und Musig», gerade rechtzeitig zur Verleihung erschienen, blickt vokal und instrumental auf seine schönsten Melodien zurück. Ruedi Renggli war während Jahren in verschiedenen Jodlerklubs ein gefragter und erfolgreicher Dirigent. Heute steht der Jodlerklub Schratte Hilferntal unter seiner Leitung.

Als Kind von Jodelgesang umgeben

Der Jodler mit der warmen, unverkennbaren Stimme hat nie Jodelunterricht genommen. Kann man das Jodeln lernen oder studieren? Dazu Renggli: «Die beste Voraussetzung ist, wenn man, wie in meinem Fall, bereits im Elternhaus mit dem Jodelgesang in Berührung kommt. «Mütterlicherseits haben alle gejodelt», verrät Renggli. Es brauche aber auch ein gutes Musikgehör. Dieses sei für die Reinheit, vor allem beim Jodel sehr wichtig. Wichtig sei auch eine gute Vokalisierung, die richtige Atemtechnik und eine gute Stimmbildung. Für jemanden, der keine Ahnung vom Jodeln hat, wirds schwierig.

Wenn dem Jodler aus Finsterwald neben dem Jodeln und Komponieren etwas Zeit bleibt, dann klopft er zusammen mit seiner Frau Rita in seinem gemütlichen Zuhause auf der Liegenschaft Lippern einen Jass oder sie spielen das Kartenspiel Mau-Mau. Auch kurze Wanderungen rund um Finsterwald gehören zu seinen Freizeitaktivitäten. Nebenbei ist er auch noch Postauto-Chauffeur und fährt Wanderer und Ausflügler sicher von Entlebuch auf Langis-Glaubenberg. Mit Ruedi Renggli wird ein grosser Schaffer und Botschafter des Jodelgesangs, der seit über 50 Jahren auf den Volksmusikbühnen der Schweiz und im Ausland anzutreffen ist, gewürdigt.

Hinweis: Verleihung «Goldener Violinschlüssel»: Samstag, 19. Oktober, ab 15 Uhr, Festakt in der Kirche St. Martin, Entlebuch. Die SRF-Sendung «Potzmusig» vom 26. Oktober, 18.45 Uhr, steht ganz im Zeichen des Jubilars.

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