ENTWICKLUNGSHILFE: Nepalesin auf Stippvisite im Entlebuch

Rukmini Adhikari arbeitet seit 17 Jahren für die Helvetas in Nepal. Nun schaut sie sich das Land ihres Auftraggebers an.

Mario Wittenwiler
Drucken
Teilen
Die Nepalesin Rukmini Adhikari mit Geschäftsführer Peter Lüthi im Verteilzentrum in Entlebuch. (Bild Eveline Beerkircher)

Die Nepalesin Rukmini Adhikari mit Geschäftsführer Peter Lüthi im Verteilzentrum in Entlebuch. (Bild Eveline Beerkircher)

Rukmini Adhikari (49), dreifache Mutter aus der nepalesischen Hauptstadt Katmandu, arbeitet seit 17 Jahren für die Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas. In ihrem Büro in Nepal überwacht sie die Qualität der unter fairen Bedingungen produzierten lokalen Produkte, welche in die Schweiz versandt werden. Dieser Tage besuchte Rukmini Adhikari zum ersten Mal das Land ihres Arbeitgebers.

«Hier sieht es aus wie in Nepal»

Am ersten Tag führte Tobias Meier, Leiter fairer Handel bei der Helvetas, seine Mitarbeiterin durch den Hauptsitz der Organisation in Zürich. Am zweiten Tag ihres Aufenthalts stand für Rukmini Adhikari der Ausflug ins Schweizerische Verteilzentrum (SVZ) in Entlebuch auf dem Programm. Im Auto auf dem Weg durch das Napfgebiet zeigte sie sich erstaunt: «Hier sieht es ja fast aus wie in Nepal! Aber wo sind alle Leute?», habe sie ihn gefragt, schmunzelt Meier.

Der Geschäftsführer des Versandzentrums, Peter Lüthi, zeigte der nepalesischen Besucherin den Betrieb mit seinen riesigen Hallen. Rukmini Adhikari zeigte sich schwer beeindruckt von der schieren Grösse der Anlagen. Sogar ganze Flugzeugteile der Pilatus-Werke sind hier eingestellt – der Stanser Flugzeugbauer ist wie Helvetas ein Kunde des Versandzentrums.

Die Helvetas-Produkte – etwa Filz-Etuis oder Schals aus edlem Paschmina (Kaschmir) – werden genauso im SVZ in Entlebuch zwischengelagert wie mundgeblasene Glasvasen aus Guatemala oder Biokaffee aus Äthiopien. Wobei die nepalesischen Produkte für Helvetas eine ganz besondere Stellung einnehmen: «Nepal war vor 50 Jahren das erste Projektland von Helvetas. Produkte aus Nepal sind traditionell sehr wichtig für unseren Markt», erklärt Tobias Meier. Die nepalesischen Filz-Etuis gelangen von hier in die Helvetas-Boutique in Zürich und in die Claro-Weltläden. Bestellt ein Kunde sein Produkt online auf dem Webshop www.fairshop.helvetas.ch, sorgen die Mitarbeiter des Entlebucher Betriebs dafür, dass es in die richtigen Hände gerät.

«Der Fairtrade-Kodex garantiert faire Preise für Kleinproduzenten in Entwicklungsländern», erklärt Meier. «Wir haben in Vietnam und Nepal mit der Umsetzung des Kodex begonnen und werden diesen sukzessive auf alle Lieferanten ausbauen.» Das gehe nur mit lokalen Vertrauensleuten wie Rukmini Adhikari, die die gesamte Handelskette kennen und Kleinproduzenten beraten sowie effektiv überprüfen können.

Zusammenarbeit seit sieben Jahren

«Wir arbeiten seit sieben Jahren mit dem SVZ zusammen», sagt Tobias Meier. Vorher habe man für den Versand mit einer Einrichtung für Wiedereingliederung in der Stadt Zürich zusammengearbeitet. Mit dem SVZ als Partner sei er sehr zufrieden. «Wir freuen uns, wenn wir durch unser Engagement mithelfen, Arbeitsplätze in einer strukturschwachen Randregion zu erhalten», so Meier.

Nach dem Besuch im hügligen Entlebuch reiste Rukmini Adhikari mit Tobias Meier zurück nach Zürich. Am nächsten Tag besuchte man einen Filzproduzenten in der Zwingli-Stadt. In den folgenden Tagen standen Besuche in der Bundeshauptstadt Bern, in Luzern sowie des Rheinfalls in der Nordschweiz auf dem Programm.