«EPSILON OPTIMIERT»: So soll der Seetalplatz im Jahr 2016 aussehen

«Luzern Nord» soll bald ein völlig neues Gesicht erhalten. Das Projekt wurde ausgebaut – und bereits streiten Kanton und Gemeinden über die Mehrkosten.

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Ansicht von Westen nach Osten auf den vorgesehenen neu gestalteten Seetalplatz. (Visualisierung Team Pool Architekten)

Ansicht von Westen nach Osten auf den vorgesehenen neu gestalteten Seetalplatz. (Visualisierung Team Pool Architekten)

«Epsilon optimiert» ist eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Lösungsvorschlags «Epsilon» und habe sich am Seetalplatz als «bestmögliche Lösung in städtebaulicher und verkehrstechnischer Hinsicht» erwiesen, wie die Staatskanzlei mitteilt. Der Kanton Luzern, die Stadt Luzern sowie die Gemeinden Emmen und Littau wollen «Epsilon optimiert» gemeinsam weiterverfolgen und damit die Entwicklung des heutigen Seetalplatzes zu einem neuen «lebendigen Stadtzentrum zum Wohnen, Arbeiten und Leben» in «Luzern Nord» ermöglichen.

Reussbühl-Umfahrung als neues Element
Laut «Epsilon» ist vorgesehen, anstelle des heutigen
Doppelkreisels mit Lichtsignalanlagen drei neue Knoten zu bilden – bei der Einmündung der Rothenstrasse, bei der Einmündung der Gerliswilstrasse und bei der Unterführung der Reusseggstrasse. Diese Knoten sowie die separate Führung von öffentlichem und Langsamverkehr zusammen sollen die «erforderliche» Steigerung der Leistungsfähigkeit am Seetalplatz garantieren. «Epsilon optimiert» sieht nun zusätzlich eine Umfahrung von Reussbühl sowie eine zusätzliche Brücke über die Kleine Emme vor. Damit entsteht ein durch Lichtsignalanlagen gesteuertes Ringsystem mit Einbahnregime.

Ansicht von Norden nach Süden auf die vorgesehene neu gestaltete zentrale Achse durch Reussbühl. (Visualisierung Team Pool Architekten)

Mehrkosten von 25 Mio. Franken
Die Kosten der Lösung «Epsilon optimiert» belaufen sich auf 115 Millionen Franken (Kostengenauigkeit von +/- 30 Prozent). Im Vergleich zu «Epsilon» entspricht dies Mehrkosten von 25 Millionen Franken. Der Kanton vertritt die Auffassung, die Mehrkosten seien je zur Hälfte vom Kanton und den Gemeinden zu tragen. Die Stadt Luzern und die Gemeinden Emmen und Littau sind der Meinung, der Kanton habe als Strasseneigentümer die vollen Kosten zu übernehmen. Einig sei man sich jedoch darüber, dass die Ausführung von «Epsilon optimiert» nicht an der Finanzierungsfrage scheitern dürfe.

Mit einer Änderung des Strassengesetzes soll die Gemeindebeteiligung an den Strassenbaukosten bei Projekten, die im Interesse der Gemeinde über den erforderlichen Standard hinausgehen, klar geregelt werden. Der Kanton soll in solchen Fällen neu allfällige Gemeindebeteiligungen verfügen können. Die Gemeinden haben ihrerseits die Möglichkeit, die Rechtmässigkeit des Kostenteilers gerichtlich überprüfen zu lassen.

Ansicht von Osten nach Westen auf den vorgesehenen neuen Bahnhofplatz in Emmen. (Visualisierung Team Pool Architekten)

Terminplan bleibt unverändert 
Der Regierungsrat wird nun aufgrund des erhöhten Planungsaufwands für die Lösung «Epsilon optimiert» dem Kantonsrat umgehend eine Erhöhung des Planungskredits beantragen, wie es weiter heisst. Gleichzeitig wird er die Änderung des Strassengesetzes unterbreiten. Die Behandlung der Ergänzungsbotschaft «Epsilon optimiert» ist im Kantonsrat Anfang 2010 vorgesehen. 2011 findet die Volksabstimmung über den Baukredit statt. Die Realisierung ist von 2013 bis 2016 geplant.

scd