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Willisau: Urs Mahnig bringt sein letztes Projekt «zum Klingen»

Noch ein Musical, dann ist Schluss – Urs Mahnig gibt die Leitung des Kinder- und Jugendchors nach 33 Jahren ab. Seine Leidenschaft für Musik entpuppte sich nach einem Sprung ins kalte Wasser.
Stephan Santschi
Urs Mahnig während der Proben zu seinem letzten Musical «Cats». (Bild: Pius Amrein; Willisau, 6. Juni 2018)

Urs Mahnig während der Proben zu seinem letzten Musical «Cats». (Bild: Pius Amrein; Willisau, 6. Juni 2018)

«Stellen Sie sich ein Bild mit 25 Katzen vor. Für Kinder ist es eine riesige Herausforderung, für zwei bis drei Minuten in diese Rolle zu schlüpfen.» Urs Mahnig muss schmunzeln, wenn er an die erste Szene seiner Dernière denkt. Am Samstag (19 Uhr) und Sonntag (17 Uhr) führt der 64-Jährige mit dem Kinder- und Jugendchor in der Willisauer Kantonsschule sein letztes Musical durch. Cats steht auf dem Programm, der Klassiker des englischen Komponisten Andrew Lloyd Webber. Da seine Künstler keine Profis, sondern Schüler zwischen der zweiten und sechsten Primarklasse sind, arbeitet er mit einer Theaterpädagogin zusammen. «Damit das auf der Bühne dann auch katzenartig aussieht. Sie erklärt den Kindern das Verhalten und die Bewegungen von Katzen.»

Genau gezählt hat er sie nicht, doch Urs Mahnig schätzt, dass es mittlerweile rund 20 Musicals sind, die er in seinen 33 Jahren als Chorleiter auf die Beine gestellt hat. Höhepunkte gibt es viele – Peter Pan zum Beispiel, oder Momo, Mary Poppins, Starlight Express und Oliver Twist. Daneben hat er als Leiter der Musikschule Region Willisau viele weitere Auftritte von Streichorchestern, Blasmusikformationen und Chören mitorganisiert.

Kirchenchorleiter aus dem Nichts

Zur Musik fand er dabei eher zufällig, wie er verrät: «Ich war ein Spätzünder.» In Luthern arbeitet er in der Oberstufe als Sekundarlehrer, als in der Gemeinde das Amt des Kirchenchorleiters nicht neu besetzt werden kann. «Von mir wusste man, dass ich Zuhause ein Piano stehen habe, also fragten sie mich», erinnert sich Mahnig und lächelt. Mit viel Enthusiasmus, aber keinerlei Erfahrung sprang er ins kalte Wasser, während sich die restlichen Lehrer als Sänger in den Kirchenchor einfügten. Fachliche Kompetenz eignete er sich an der damaligen Akademie für Schul- und Kirchenmusik an, den Rest brachte er sich nach dem Motto «learning by doing» bei. «Bis heute», wie er betont, «auch in meinem letzten Musical lerne ich noch dazu».

Seine Leidenschaft erklärt er mit seiner Liebe zum Gesang. «Und ich finde es faszinierend, mit einer Gemeinschaft auf einen bestimmten Zeitpunkt hinzuarbeiten und ein Projekt zum Klingen zu bringen.» Seine Art als Chorleiter umschreibt er dabei als «ziemlich lebendig. Bewegung gehört für mich dazu.»

Drei Söhne, drei Berufsmusiker

Seine Schüler besuchen bei ihm wöchentlich den Chorunterricht, rund zwei Monate vor dem Musical kommen regelmässige Theaterproben hinzu. Urs Mahnig schreibt das Drehbuch jeweils selber. Mit den Songs und der Handlung richtet er sich nach den Originalen, die Texte formuliert er kindergerecht. «Im Gegensatz zum Musical der Erwachsenen kombinieren Kinder nur selten Gesang und Theater, das wäre zu kompliziert. Wir wechseln ab.» Entstanden sind die Musicals übrigens aus den Sommerkonzerten. «Irgendwann sagten die Kinder, dass die Lieder, die wir singen, nicht so spannend seien.» Also spickte er die Konzerte mit Theatersequenzen, die Kinder waren wieder mit im Boot und das Willisauer Musical geboren.

Am Sonntag also ist Schluss für Chorleiter Urs Mahnig. Die Führung des Erwachsenenchors Canto Willisau hat er schon vor einer Woche abgegeben. Ende Juli wird er dann als Leiter der Musikschule Region Willisau den letzten Arbeitstag haben. Gemeinsam mit Ehefrau Martha, die dort seit 40 Jahren als Sekretärin und Blockflötenlehrerin amtet, geht er in Pension. Die Musik indes bleibt ihm erhalten. An Konzerten seiner drei Söhne, die alle Berufsmusiker sind. Und mit eigenen Auftritten: «Ich werde weiter in Chören singen.»

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