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Er hat den «Traumjob» im Schloss Meggenhorn ergattert

Demian Herguedas wird der neue Schlosswart auf Meggenhorn. Dafür musste sich der Stadtluzerner gegen 170 Mitbewerber durchsetzen. Dabei gab es allerdings mehrere Knackpunkte.
Roman Hodel
Demian Herguedas kümmert sich zukünftig um das Schloss Meggenhorn. (Bild: Nadia Schärli (Meggen, 19. September 2018))

Demian Herguedas kümmert sich zukünftig um das Schloss Meggenhorn. (Bild: Nadia Schärli (Meggen, 19. September 2018))

«Ah, du bist es also nun!» oder «Was für ein Traumjob!» oder einfach nur «wow!» – dies sind Reaktionen, die Demian Herguedas in seinem Umfeld hört, wenn er von seiner künftigen Arbeit berichtet. Der Stadtluzerner hat sich einer der wohl begehrtesten Jobs der Region geangelt: Er amtet ab 1. Januar als neuer Schlosswart auf Meggenhorn und löst Ruth Ruchti ab, die nach 25 Jahren in Pension geht (wir berichteten). «Ich fühle mich sehr geehrt, diese Aufgabe zu übernehmen», sagt Herguedas.

Dabei hatte er die Sache mit dem Schlosswart zunächst gar nicht auf dem Radar, das Stelleninserat und die ersten Medienberichte im vergangenen März verpasst. «Ich habe mir zwar seit einiger Zeit Gedanken über meine berufliche Zukunft gemacht», sagt der 37-Jährige. «Nur hat mich selten ein Stellenangebot gepackt.» Was wohl auch damit zusammenhängt, dass er nicht wusste, in welche Richtung es gehen soll. Klar war einzig: Eine Veränderung soll her. Seit 2000 arbeitete der ausgebildete Dekorateur in der Dekorationsabteilung des Globus-Warenhauses in Luzern, davon die letzten zehn Jahre als deren Leiter.

Beim Znacht hatte er den Aha-Effekt

Doch dann war da dieser Abend im April. Demian Herguedas sass beim Znacht, las in der «Luzerner Zeitung» das Porträt über die abtretende Schlosswartin und war wie elektrisiert. Auf der Gemeinde-Website erfuhr er, dass eine Persönlichkeit gesucht wird, ein Organisationstalent, jemand mit Führungsqualitäten, und das notabene an einem beneidenswerten Ort. Seine Reaktion: «Das passt genau zu mir.» Allerdings gab es zwei Knackpunkte: Erstens blieben ihm nur noch zwei Tage, um sich zu bewerben und zweitens waren bereits weit über 100 Bewerbungen eingegangen. Beides schreckte Demian Herguedas nicht ab – zu seinem Glück, wie sich zeigen sollte.

Am Ende zählte die Gemeinde Meggen sogar 170 Interessentinnen und Interessenten. «Es war ein Megahype», sagt Susanne Morger, Kuratorin und Betriebsleiterin des Schlosses Meggenhorn, und schiebt nach: «Insbesondere wegen der vielen Medienberichte.» Die Suche nach der richtigen Person sei aufwendig gewesen – und knifflig. «Es existieren kaum vergleichbare Stellen.» Beispielsweise müsse ein Schlosswart in verschiedene Rollen schlüpfen können. Will heissen: Am Mittag empfängt er vielleicht gut angezogen Gäste, am Nachmittag schnappt er sich einen Putzlappen und reinigt Fenster. Neun Personen hat man schliesslich zum Vorstellungsgespräch geladen, drei davon absolvierten einen Probetag. Am Ende schwang Herguedas obenaus. Morger: «Weil er ein Generalist ist und Persönlichkeit hat.»

«Die romantische Brille habe ich ausgezogen»

Was alles auf ihn zukommt, wird Herguedas ab November während zwei Monaten zuerst in einem Teilpensum erfahren; gewissermassen die Schnupperwochen, begleitet von der aktuellen Stelleninhaberin Ruth Ruchti. Ernst gilt es dann ab Januar, wenn er auch zusammen mit seiner Partnerin und dem Hund die Dienstwohnung im Schlossanbau beziehen wird.

«Wir wollten nach Jahrzehnten in der Stadt sowieso ins Grüne ziehen», sagt Demian Herguedas. Ein Hüsli am Waldrand, bestenfalls in der Nähe des Sees habe ihnen vorgeschwebt. «Und jetzt ziehen wir in einen Schlosspark am See – das klingt fast schon surreal», sagt er schmunzelnd und relativiert sogleich: «Die romantische Brille habe ich aber bereits ausgezogen – auf mich wartet viel Arbeit.»

Neues Dach und Sanierung der Kapelle kosten
weit über 1 Million Franken

Auf Schloss Meggenhorn stehen grössere Investitionen an. So plant die Gemeinde Meggen als Besitzerin eine Sanierung der Kapelle, die unter Feuchtigkeit leidet, und der darin enthaltenen Welte-Philharmonie-Orgel. «Hierfür klopfen wir bei Stiftungen an, denn die Orgel hat viele Fans», sagt Gemeindepräsident Urs Brücker (GLP). Weiter wird voraussichtlich 2021/22 das Dach des Schlosses erneuert und die Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt. Alles zusammen wird die Gemeinde weit über 1 Million Franken kosten. Sie legt auch beim normalen Betrieb jährlich rund 300 000 Franken drauf - trotz rund 120 Anlässen pro Jahr. «Aber das ist es uns wert, denn die Meggerinnen und Megger hängen sehr an ihrem Schloss», sagt Brücker.

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