Er setzt viel Herzblut in Kriens: Otto Durrer erhält den Kulturpreis

Otto Durrer hat das Museum Bellpark aufgebaut und rettete historische Gebäude in Kriens. Dafür wird er mit dem Krienser Kulturpreis ausgezeichnet. 

Hannes Bucher
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Otto Durrer in seinem Museum, im Bellpark. (Bild Manuela Jans-Koch, 24. Oktober 2019)

Otto Durrer in seinem Museum, im Bellpark. (Bild Manuela Jans-Koch, 24. Oktober 2019)

«Nein, ich habe nicht damit gerechnet und bin erst richtig­gehend ‹e chli verschrocke›»: Da sitzt Otto Durrer, Präsident des Vereins Museum im Bellpark in der Bibliothek der ehemaligen Villa Florida, in welchem 1991 das Museum im Bellpark eingerichtet wurde. Er hat immens viel beigetragen, dass aus der Villa ein heute national relevantes Museum geworden ist. Dafür hat Durrer nun den mit 5000 Franken dotierten Krienser Kulturpreis erhalten.

Otto Durrer kennt das Haus wie kaum ein zweiter; der selbständige Architekt leitete den Umbau, amtete ab 1993 als Präsident des Gönnervereins und wurde 2006 Präsident des neu gegründeten Trägervereins. Zeitweise stand die Zukunft des Museums grundsätzlich zur Debatte. «Das mutige und entschlossene Handeln des damaligen Gönnerverein-Vorstandes, die erste Partnerschaft mit der Raiffeisenbank, die Geburt des Art Clubs» – dies ermöglichte massgeblich die Weiterführung des Museums, sagt Otto Durrer heute. Er selber war entscheidend mitbeteiligt, dass es weiterging.

Er sagt von sich, er sei «Idealist»

«Ja, natürlich, das Museum ist so etwas wie mein Kind», gesteht der Preisträger ein. Und relativiert postwendend: «Aber es ist ebenso das Kind des Rektors Hans Schmid, der Gemeinderätin Vreni Funk und des Gemeinderates Seppi Mattmann». Durrer setzt aber nach wie vor enorm viel Zeit für das Museum ein. Ja, er sei schon «Idealist», sagt er. «Gemeinschaft», «Miteinander und Füreinander» und immer wieder «Kriens»: Stichworte, wie sie im Gespräch mit dem Preisträger oft fallen. Man spürt schnell, das sind nicht leere Worte. Respekt vor dem Mitmenschen, Verständnis für Andersdenkende, Sinn für das Gemeinwohl, Verbundenheit mit Kriens stecken da drin. Gepaart mit viel Tatendrang und Optimismus. So setzt er die Prioritäten im Leben und so wird er auch wahrgenommen. «Bodenhaftigkeit», «Vernetzung mit dem lokalen Gewerbe», «guten Kontakt zu den Behörden» – Attribute, welche die Kulturkommission dem Preisträger zuspricht.

Kriens ist sein Lebensmittelpunkt. 1952 ist er da geboren, absolvierte hier die Schulen; nach der Lehre als Hochbauzeichner in Luzern studierte er Architektur am Zentralschweizerischen Technikum in Luzern. Gewohnt hat er stets in Kriens. Im Dreigenerationenhaus an der Südstrasse wuchsen auch die drei erwachsenen Töchter von Otto Durrer und Gattin Sabina Hildebrand auf.

Die Kulturkommission würdigt mit dem zugesprochenen Preis auch Otto Durrers Engagement im Bereich der Denkmalpflege der Stadt Kriens. Er hat lange Zeit in der gemeinderätlichen Fachkommission «schützenswerte Kulturobjekte» mitgearbeitet und sich für den Erhalt schützenswerter Häuser in Kriens eingesetzt, etwa die Villa Grossfeld, das Pfrundhaus St. Gallus, das Pförtnerhaus Schloss Schauensee und gerade auch das Bauernhaus Unterey.

Er musste gegen Widerstände ankämpfen

Auch beim diesem Thema blitzen Otto Durrers Augen auf, auch da ist er im Element. «Da habe ich oft viel geduldige Überzeugungsarbeit leisten müssen, wenn es etwa hiess: «Weshalb das alte Zeug erhalten? Abreissen und Gras ansäen». Nach geglückter Restaurierung habe man dann lesen können: «Aus alter Hütte wurde ein Bijou.» Mit dem Preis darf er die Früchte seines grossen Schaffens ernten. Insbesondere freuen ihn die vielen Reaktionen – von Nachbarn, Kollegen und Freunden; von Bauherrschaften, Gewerbe, Kirche und Politik: «Es wird mir von allen Seiten gratuliert.» Und wiederum ist er ganz Krienser: «Ich teile meine Freude gerne mit den Kriensern, die vor 30 Jahren etwas Einmaliges geschaffen haben.» Am 10. November wird der Kulturpreis offiziell übergeben – natürlich im Bellpark.