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Uni-Luzern-Absolvent: Er will den Kindern Gott wieder näher bringen

Religion ist Teil des Alltags: Davon ist Yves Zurkirch überzeugt. Der Krienser hat soeben die Ausbildung zum Religionspädagogen an der Universität Luzern abgeschlossen. Pfarrer will er trotzdem nicht werden.
Natalie Ehrenzweig
Freut sich: Yves Zurkirch. (Bild: Manuela Jans-Koch, Buchrain, 5. Juli 2018)

Freut sich: Yves Zurkirch. (Bild: Manuela Jans-Koch, Buchrain, 5. Juli 2018)

Das Klischee, dass Religionsunterricht eher von älteren Damen erteilt wird, widerlegt Yves Zurkirch gleich zweifach. Der 28-Jährige arbeitet bereits seit zwei Jahren in Buchrain als Religionspädagoge und hat soeben sein Studium am Religionspädagogischen Institut der Universität Luzern beendet (siehe Fussnote).

Obwohl Yves Zurkirch nicht in einer überaus religiösen Familie aufgewachsen ist, hat er sich schon früh in der Kirche engagiert. «Ich war Ministrant, später habe ich auch Firmbegleitung gemacht. In Taizé in Frankreich, bei einer Klostergemeinschaft, fand ich zu meiner Spiritualität. Meine Erfahrungen mit der Kirche waren durchwegs positiv», erzählt er. Beruflich geht er aber einen anderen Weg und absolviert eine Schreinerlehre. «Ich habe mich mit 18 oder 19 Jahren zum ersten Mal gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, in der Kirche zu arbeiten. Aber erst nach meiner Ausbildung zum Schreiner habe ich gemerkt, dass mich diese Arbeit nicht ganz erfüllt», erinnert er sich.

Er wolle sein religiöses Wissen weitergeben und halte – gerade in der jetzigen Zeit – religiöse Bildung für sehr wichtig. So beschreibt Yves Zurkirch seine Motivation, Religionspädagogik zu studieren. Religionsunterricht sei gut, wenn es gelinge, die Lebenswelt der Schüler mit dem Glaubensgedanken zu verbinden, mit Bibeltexten, mit Spiritualität. «Die Schüler sollen verstehen, dass der Glaube mit unserem täglichen Leben zu tun hat. Pfarrer wollte ich aber nie werden, denn ich möchte später eine Familie», betont er.

«Glaube hat mit unserem täglichen Leben zu tun»

Seit zwei Jahren unterrichtet er bereits in Buchrain Religion für die erste bis dritte Oberstufe. Die grösste Herausforderung dabei sei, sich als Fachlehrperson zu behaupten und mit dem kirchlichen Umfeld umgehen zu lernen. «Um die Jugendlichen abzuholen, ist viel Beziehungsarbeit nötig. Sobald wir aber eine Beziehung aufgebaut haben, etwas zusammen unternommen haben, tauchen dann Sinn-Fragen auf. Natürlich gibt es aber auch dann Schüler, die sich gar nicht interessieren», sagt der Krienser. Doch das sei wohl auch in anderen Fächern so. «Ich habe mich zum Beispiel nicht für Französisch interessiert», verrät Yves Zurkirch und lacht.

Da das Studium so ausgelegt ist, dass im Aufbaustudium nach dem Grundstudium bereits in einem Teilzeitpensum in einer Pfarrei gearbeitet wird, kann Yves Zurkirch das in der Theorie Gelernte gleich anwenden – und ist zufrieden mit seiner Ausbildung. «Mit schwierigen Themen haben wir uns sehr kritisch auseinandergesetzt, zum Beispiel mit der Rolle der Frau in der Kirche, Themen wie Verhütung oder Homosexualität. Zu diesen Fragen musste ich für mich auch Antworten finden», sagt der Religionspädagoge. Er habe für sich da einen Mittelweg ausgemacht: Was in der Schweiz längst nicht mehr zeitgemäss sei, sei das vielleicht noch woanders auf der Welt: «Schliesslich ist das Christentum eine Weltreligion», sagt er. Ihm sei ausserdem wichtig, wie mit solchen existenziellen Fragen in einer Gemeinde umgegangen werde. «Ich möchte niemanden ausschliessen. Mir gefällt die Vielfalt in der Kirche», sagt der 28-Jährige. Die Fragen seien aber wohl universell und zeitlos: Wer sind wir? Woher kommen wir? Was ist der Sinn des Lebens? Und die Frage, wieso Gott so viel Leid zulässt. «Das wäre die Frage, für die ich mir am dringendsten eine Antwort wünsche. Die kann ich nicht beantworten», bedauert er.

Das sind die erfolgreichen Absolventen am Religionspädagogischen Institut der Uni Luzern: Blumer Nicole, Grabs; De Luca Roberta, Wittenbach; Ivos Gabriela, Baar; Purtschert Urs, Schinznach-Dorf; Rudaz Valentin, Fribourg; Schild-Hunziker Nicole, Menziken; Thümler Joanna, Kerns; Zurkirch Yves, Kriens. Zertifikat Schulischer Religionsunterricht: Cramer Achim, St. Gallen.

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