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Guido Lötscher stellt seine Werke erstmals in der Kunstschmiede Sempach aus

30 Jahre lang war der Oberkircher Guido Lötscher (58) in der Versicherungsbranche tätig. Nun widmet er sich der Malerei - welche auch schon mal innovativ ist.
Martina Odermatt
Guido Lötscher vor einem seiner Bilder in der Kunstschmiede Artefix. (Bild: Pius Amrein (Sempach, 16. Mai 2018))

Guido Lötscher vor einem seiner Bilder in der Kunstschmiede Artefix. (Bild: Pius Amrein (Sempach, 16. Mai 2018))

Es brauchte einen Bruch in Guido Lötschers Leben, damit er den Mut hatte, sich vollumfänglich der Kunst zu widmen. Bereits als Jugendlicher malte Lötscher leidenschaftlich. Doch dann kam das Arbeitsleben, eine Familie; Zeit für Kunst blieb da nicht mehr. 30 Jahre lang arbeitete der 58-Jährige in der Versicherungsbranche in unterschiedlichen leitenden Positionen. Als das Geschäft eine neue Philosophie implementierte, die weitreichende Veränderungen mit sich zog, war die Zeit für eine berufliche Neuorientierung gegeben.

Zuerst prüfte er verschiedene Alternativen in der Versicherungsbranche, ehe Guido Lötscher seiner inneren Stimme folgte. Der Zeitpunkt war reif für die Malerei. «Dieser Schritt von der Sicherheit ins Ungewisse war nicht so einfach», sagt Lötscher heute. Gehen hätte er diesen Weg nur dank eines finanziellen Polsters können. «Ich bewundere 20-Jährige, die nichts haben und trotzdem Kunst machen», sagt er. So eine einschneidende Veränderung kommt nicht überall gut an. In der Familie stiess der Wunsch nach dem Kunstschaffen auf viel Unverständnis. Noch heute stehen einige der Kunst skeptisch gegenüber.

«Diese Bilder haben etwas Meditatives»

Doch Lötscher liess sich davon nicht beirren. Er experimentierte mit verschiedenen Stilen – und scheiterte hie und da. Bis er sich mit Mark Rothko und der Farbfeldmalerei befasst hat. Dabei werden meist grössere Flächen in einer Farbe bemalt. Rothkos Arbeit fasziniert Lötscher. «Diese Bilder haben etwas Meditatives», sagt er. Und: «Es ist um einiges schwieriger als man denkt, dass man diesen meditativ-expressiven Ausdruck rüberbringen kann.»

Früher, da habe er in Museen Bilder angeschaut und sich gedacht: «Das sieht eigentlich machbar aus.» Erst als er selber professionell zum Pinsel gegriffen und gemalt habe, habe er die Schwierigkeit realisiert. «So ein Bild muss man aufbauen, es braucht viele Schichten Farbe, damit man die Tiefe des Bildes sehen kann.» Lötscher wird dafür auch schon mal innovativ. So präpariert er etwa Leinwände mit einer Rostschicht. «Das reflektiert das Licht besser und gibt dem Bild eine tiefere Dimension.» Seine Kunst soll die Leute beruhigen – und gleichzeitig beleben. Sie soll einen inneren Ausgleich schaffen.

«So ein Bild muss man aufbauen, es braucht viele Schichten Farbe, damit man die Tiefe des Bildes sehen kann.»

Bis Lötscher allerdings mit seiner Kunst in die Öffentlichkeit trat, sollte es etwas dauern. Gut 2,5 Jahre arbeitete der Künstler an seinen aktuellen Werken, von denen jetzt eine Auswahl gezeigt wird. «Er ist sehr perfektionistisch», sagt seine Partnerin Heidi Lötscher, die ihn von Anfang an bei seinem Wunsch unterstützte.

Lötscher geht routiniert vor, macht sich Skizzen, legt die Bilder nach einer ersten Version wieder auf die Seite, lässt sie ruhen und arbeitet dann später an ihnen weiter. Immer wieder holt er sich in diesem Prozess Inspiration bei Rothko. Dass er dessen Kunst kopiere, lässt er nicht gelten. «Es ist nicht bekannt, wie Rothko seine Bilder gemalt hat, man muss seine eigene Technik finden.» Auch könne man den Ausdruck der Bilder, die Emotionen, die es transportiere, nicht kopieren.

Bis zu zwei Jahre kann es dauern, bis ein Werk vollendet ist. Die Geduld scheint sich auszuzahlen. Zum ersten Mal kann er seine Kunst ausstellen, in der Kunstschmiede in Sempach. «Von den Besuchern erhalte ich viel gutes Feedback.» Eines der schönsten Komplimente habe er von einer Bekannten erhalten. Lange habe sie auf eines seiner Gemälde geschaut und dann gesagt, dass sie den Klang der Farben hören könne. Für Kunst müsse man sich eben Zeit nehmen, sagt Lötscher. Das gilt für Schaffer genauso wie für die Betrachter.

Hinweis: Lötschers Bilder werden bis 27. Mai in der Kunstschmiede Artefix in Sempach ausgestellt. Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 13.30 Uhr bis 17.30 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 Uhr bis 17.30 Uhr.

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