Eritrea: Schutzgelder aus der Innerschweiz

Exil-Eritreer werden von ihrer Heimat aufgefordert, Abgaben zu leisten. Das Bundesamt für Polizei ist alarmiert.

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Asylsuchende - u. a. auch aus Eritrea - helfen bei der Ernte von Tabakblättern in Hitzkirch. (Bild: Nadia Schärli /Neue LZ)

Asylsuchende - u. a. auch aus Eritrea - helfen bei der Ernte von Tabakblättern in Hitzkirch. (Bild: Nadia Schärli /Neue LZ)

Im Kanton Luzern leben Hunderte Asylsuchende, anerkannte Flüchtlinge und vorläufige Aufgenommene aus Eritrea. Wie Recherchen der «Zentralschweiz am Sonntag» ergeben haben, ist davon auszugehen, dass viele von ihnen finanzielle Abgaben an ihre frühere Heimat leisten. Mehrere Eritreer bestätigen dies auf Nachfrage unserer Zeitung.

Viele zahlen unfreiwillig

Brisant: Längst nicht alle Betroffenen leisten freiwillig ihren Beitrag an das kleine ostafrikanische Land. Bleiben die Zahlungen aus, haben die Säumigen nämlich zumindest mit erheblichen Nachteilen im Umgang mit den Behörden in Eritrea zu rechnen. Dies ist etwa dann der Fall, wenn jemand vom eritreischen Staat etwas will – zum Beispiel eine Geburtsurkunde. Das Dokument wird in einem solchen Fall erst dann ausgehändigt, wenn die verlangte Steuer bezahlt wurde.

Der Bund ermittelt

Das Bundesamt für Migration (BfM) hat Kenntnis von den mehr oder weniger freiwillig entrichteten Zahlungen der Exil-Eritreer. Jeder im Exil lebende Eritreer sei verpflichtet, eine Einkommenssteuer an die eritreische Regierung zu zahlen, heisst es in einem Bericht des BfM. Auch das Bundesamt für Polizei hat Kenntnis von solchen Geldeintreibungen. «Im Rahmen unserer Zuständigkeit prüfen wir, ob ein strafbares Verhalten vorliegt», teilt ein Sprecher auf Nachfrage mit. Wofür die Steuerabgaben in Eritrea genau verwendet werden, ist unklar.

red

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag.