Erneuerbare Energie
Kriens prüft einen ökologischen Wärmeverbund im Zentrum

Das Pflegeheim Grossfeld, die Alterswohnungen Hofmatt oder die Schule Zentrum könnten künftig eine zentrale, umweltfreundliche Heizung erhalten.

Stefan Dähler
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Der Zeitpunkt wäre günstig: Die zentrale Gasheizung Hofmatt Kriens mit Baujahr 2000 und 2003 muss in den nächsten Jahren erneuert werden. An diese sind unter anderem die Alterswohnungen Hofmatt und das gleichnamige Restaurant, das Pflegeheim Grossfeld sowie die Schulanlage Zentrum angeschlossen. Bei einigen dieser Liegenschaften stehen auch sonst Arbeiten an. Derzeit läuft ein Architekturwettbewerb für einen Um- beziehungsweise Neubau des Pflegeheims Grossfeld. Ebenfalls im Raum steht eine Sanierung der Gebäudehülle der Alterswohnungen Hofmatt. Diese ist wegen der angespannten Finanzlage der Stadt aber erst 2026 bis 2028 geplant.

Das Pflegeheim Grossfeld soll erneuert werden. Im Rahmen dieser Arbeiten ist auch der Aufbau eines ökologischen Wärmeverbunds im Krienser Zentrum denkbar.

Das Pflegeheim Grossfeld soll erneuert werden. Im Rahmen dieser Arbeiten ist auch der Aufbau eines ökologischen Wärmeverbunds im Krienser Zentrum denkbar.

Bild: Pius Amrein
(Kriens, 12. September 2019)

Eigentlich sei für das neue Grossfeld eine autonome Wärmeversorgung vorgesehen gewesen. Nun soll aber auch die Realisierung einer zentralen Heizversorgung geprüft werden, die neben dem Grossfeld wiederum die Alterswohnungen Hofmatt und die Schulanalage Zentrum umfasst. Das schreibt der Krienser Stadtrat im Bericht zu einem CVP-Postulat, das die Prüfung eines Wärmeverbunds mittels Waldholzschnitzel-Heizanlage fordert. «Der Entscheid über das weitere Vorgehen und die gewählte Lösung soll nach Vorliegen des Bauprojektes Alters- und Begegnungszentrum Grossfeld fallen», führt der Stadtrat aus. Er geht davon aus, dass «in jedem Fall ein Teil des Energiebedarfs über eine Grundwasser-Wärmepumpen-Heizung bereitgestellt wird». Eine Abdeckung der Spitzentage mittels erneuerbarer Energie, beispielsweise einer Holzschnitzel-Heizung, wäre dabei denkbar.

Machbarkeitsstudie für weitere Wärmeverbünde

Das Postulat nennt als mögliche Versorgungsgebiete des Wärmeverbunds auch die Schulanlage Krauer inklusive Schwimmbad und allenfalls die Liegenschaften des Schlosses Schauensee. Die Gasheizung im Krauer ist mit Baujahr 2019 allerdings noch nicht alt. Und eine Leitung zum «Schlössli» wäre aufgrund der grösseren Distanz, der Höhendifferenz und des geringen Verbrauchs in der Anlage wohl nicht wirtschaftlich, so der Stadtrat. Die alte Ölheizung im Schlössli soll in den nächsten Jahren aber ebenfalls durch ein umweltfreundlicheres System ersetzt werden. Dabei könnte auch das Pächterhaus an diese neue Heizung angeschlossen werden.

Zum Thema Wärmeverbünde ist derzeit auch noch ein FDP-Postulat hängig. Dieses schlägt vor, dass der Stadtrat die Grundlagen zur Realisierung weiterer Verbünde im Gebiet Zentrum bis Obernau schafft. Dies, weil dort eine Anbindung an grössere Netze wie jenes für See-Energie im Gebiet Luzern Süd oder das Fernwärmenetz rund um die Kehrichtverbrennungsanlage Renergia mittelfristig nicht möglich sei. Der Stadtrat schreibt in seinem Bericht zu diesem Postulat, dass er bereits diverse Vorbereitungen und Vorabklärungen getroffen habe. Derzeit hole er Offerten bei Ingenieurbüros für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie ein. Grundsätzlich soll die Stadt nicht selbst Verbünde erstellen, sondern als «Initiatorin und Koordinatorin» wirken, heisst es weiter im Bericht.