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Erneuerung der Kirche: Jubla will sich Gehör verschaffen

Die Kirche steckt in der Krise. Der katholische Kinder- und Jugendverband Jungwacht Blauring hat Lösungsansätze.
Ismail Osman
Gemütliches Beisammensein im Jubla-Lager. (Bild: Jungwacht Blauring Schweiz)

Gemütliches Beisammensein im Jubla-Lager. (Bild: Jungwacht Blauring Schweiz)

Die zentrale Frage lautet: Wie ernst ist es den schweizerischen Bischöfen? Die Frage stellt sich aus folgendem Grund: Im Anschluss an ihre Versammlung vom vergangenen Juni gab die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) bekannt, dass sie einen «synodalen Prozess» in Angriff nehmen will. Darin sollen diverse Reformanliegen unter Einbezug der Gläubigen angepackt werden. Genannte Beispiele sind die Rolle der Frau in der Kirche, das Zölibat oder sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch.

Einigermassen überraschend benutzte die SBK darin offen den Begriff «Krise» in der die Kirche sich befinde. Die Bischöfe wollen deshalb «über die Fragen und Forderungen in einen Dialog treten.»

Junge nehmen Bischöfe beim Wort

Wie genau dieser Dialog ausgestaltet sein soll, ist noch nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass diverse Akteure die Bischöfe beim Wort nehmen und einen ernsthaften Einbezug verschiedener Stimmen fordern. Dazu gehört nicht zuletzt der katholische Kinder- und Jugendverband Jungwacht Blauring Schweiz (Jubla), dessen nationale Geschäftsstelle in Luzern angesiedelt ist. Die Jubla teilte bereits mit, dass sie sich aktiv an diesem kirchlichen Erneuerungsprozess beteiligen will.

Eine der Kernbotschaften der Jubla an die Bischöfe: Man werde sich für eine Kirche einsetzen, die «in ihren Inhalten und Formen integriert statt ausschliesst.» Valentin Beck von der nationalen Jubla-Geschäftsstelle führt dies so aus: «Wir plädieren für möglichst tiefe Schwellen zur Mitwirkung und Mitgestaltung des kirchlichen Lebens. Gerade mit Blick auf die Jugend sind diese inhaltlichen und formellen Schwellen heute jedoch oft sehr hoch.» Zu oft sei die Kirche räumlich, zeitlich und themenmässig nicht dort präsent, wo das Leben junger Menschen stattfinde.

Gewisse Diskussionspunkte sorgen bei Jungen nur noch für Kopfschütteln: «Themen wie etwa die Mitgestaltungsmöglichkeit von Mann und Frau sind bei der Mehrheit unserer Mitglieder längst gegessen.» Entsprechend fordert die Jubla eine Kirche in der sich «alle Gläubigen unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung und Herkunft auf Augenhöhe begegnen, mitbestimmen und gemeinsam engagieren können.»

Nächste Versammlung soll Weg aufzeigen

Ob die Positionen der Jubla in den erwähnten Erneuerungsprozess einfliessen werden, wird sich noch zeigen. Erste Anhaltspunkte könnten bereits in zwei Wochen gewonnen werden. Dann nämlich findet die nächste Tagung der Bischofskonferenz statt. Angekündigt sind auch Informationen zum weiteren Vorgehen bezüglich des synodalen Prozesses. Beck sagt:

«Uns war es wichtig, unsere Bereitschaft aktiv dazu beizutragen, frühzeitig zu kommunizieren. Es wäre zu einfach, nichts zu sagen und sich danach über das Resultat zu beklagen.»

Entscheidend sei, dass die angekündigten Gespräche auf Augenhöhe und transparent geführt und Entscheide transparent getroffen würden, so Becker.

Tatsächlich täte man gut daran, die Inputs der Jubla nicht zu unterschätzen. Nach Jahrzehnten des Abschwungs hat der Verband zuletzt bei den Mitgliederzahlen wieder stark zugelegt. Derzeit zählt man rund 31 000 Mitglieder, die in über 400 Scharen in der Deutschschweiz aktiv sind. Beck sagt: «Unsere Präsides, welche die ehrenamtlichen Jugendlichen bei ihren Leitungsaufgaben begleiten und das Bindeglied zur Pfarrei vor Ort sind, haben durchaus ein Expertinnen- und Expertenwissen bezüglich jugendgerechter Thematisierung von Glaubensfragen und einer lebensnahen Vermittlung von glaubensbasierten Werten.»

Vieles werde wohl davon abhängen, wie ein ähnlicher Erneuerungsprozess in Deutschland verlaufe, der vor jenem in der Schweiz angestossen wurde. «Gut möglich, dass man die Entwicklungen dort abwartet, und dieser die Schlagrichtung für die Form des Prozesses in der Schweiz vorgibt», schätzt Beck. Die nächste Versammlung der SBK dürfte Einblicke darüber geben, wie ernst es den Bischöfen mit einer Erneuerung der Kirche wirklich ist – genau das bleibt die entscheidende Frage.

Mehr Infos: www.jubla.ch/glaubenleben

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