Erneute Kritik an Rigi Bahnen wegen «schleichender Disneyfizierung»

In einem offenen Brief greift Kulturwissenschaftler René Stettler die Rigi Bahnen frontal an. Diese weisen die Kritik zurück.

Niels Jost
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Zum zweiten Mal innert einer Woche kritisiert René Stettler als Vertreter der Petitionäre von «Nein! zu Rigi-Disney-World» in einem offenen Brief in der «Wochenzeitung» die Rigi Bahnen AG. Der Brief liegt auch unserer Zeitung vor. Die Rigi Bahnen würden trotz ihres Bekenntnisses zur Rigi-Charta weiterhin «auf Teufel komm raus» ein Wachstum anstreben – etwa indem sie den Bau einer Gondelbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad weiterverfolgen. Auch die Versprechen am Runden Tisch habe man nicht eingehalten. Dadurch gelange man trotzdem zu einer «schleichenden Disneyfizierung».

Die Kritik weist Karl Bucher, Verwaltungsratspräsident der Rigi Bahnen AG zurück. «Wir haben den Dialog mit allen Beteiligten immer gepflegt, alle Entscheidungen zur Charta wurden unter der Leitung von Tourismusexperte Jürg Stettler demokratisch gefällt.» Den gemeinsamen Prozess wolle man weiterführen und im Januar bestimmen, wie die Charta-Grundsätze umgesetzt werden.

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Niels Jost