Ernst Schurtenberger im Luzerner Kunstmuseum

Der Luzerner Zeichner und Maler Ernst Schurtenberger (1931-2006) war rast- und ruhelos unterwegs. Der Öffentlichkeit entzog er sich jedoch weitgehend. Jetzt zeigt das Kunstmuseum Luzern eine repräsentative Retrospektive (bis 12. Februar 2012).

Drucken
Teilen
Ernst Schurtenbergers Im Saloon. (Bild: PD)

Ernst Schurtenbergers Im Saloon. (Bild: PD)

Ernst Schurtenberger lernte Möbelschreiner, gab dieses Metier aber auf und besuchte die Kunstgewerbeschule Luzern. «Zum Glück», meint sein Stiefsohn, der Wiener Kunsthistoriker Heinz Widauer, der die Ausstellung in Luzern kuratiert hat. Schurtenbergers Schreinerarbeiten zeugten nicht von einem begabten Handwerker.

Als Künstler pendelte Schurtenberger zwischen Luzern, Paris, Mailand und Wien, bis er sich in den 1970-er Jahren dauerhaft im österreichischen Waldviertel niederliess. Der leidenschaftliche Sammler hatte oft gleichzeitig mehrere Domizile, in denen er die erworbenen Objekte hortete.

Fast manisch zeichnete und malte er das, was er benutzt hatte und vor sich sah: Teller, Tassen, Gläser, aber auch Landschaftsbilder des Waldviertels, in denen sich die komplexe Vielfalt seiner Emotionen spiegelt.

In Paris geprägt

Massgebend geprägt wurde er vom Paris der fünfziger und sechziger Jahre. Dazu Heinz Widauer: «Der grosszügige Gestus amerikanischer Malerei, die Intimität des europäischen Informel und des Tachismus sowie die Auseinandersetzung mit der Tradition finden in seiner Malerei ihren Widerhall.»

In den achtziger Jahren schuf er auffällige Typen, absurde Geschehnisse, erotische Frauen, die ihn in die Jugend zurückführten. Über die Konventionen der «korrekten» Darstellung setzte er sich, so Widauer, hinweg. «Scheinbar automatisch, mit locker abkürzendem Pinsel, mehr zeichnend als malend, liess er seine oft phantastische, surreale Bildwelt aufs Papier fliessen.»

Ergänzt wird die Luzerner Retrospektive mit noch nie gezeigten Zeichnungen aus dem Spätwerk. Aus ihnen spricht die eigenwillige Persönlichkeit Ernst Schurtenberges am unvermitteltsten.

sda