Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ERNTE: Das Jahr der Wein-Rekorde

Die Winzer aus der Region Luzern freuen sich auf einen Spitzenjahrgang. Selbst das Rekordjahr 2003 kann getoppt werden.
Yves Portmann
Winzer wie Markus Reinhard vom Seeburghof in Luzern versprechen sich vom Wein einen Spitzenjahrgang, der sogar das Rekordjahr 2003 übertrifft. Dennoch verzeichnen einzelne Weinbauern Ernteausfälle wegen Wespen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Winzer wie Markus Reinhard vom Seeburghof in Luzern versprechen sich vom Wein einen Spitzenjahrgang, der sogar das Rekordjahr 2003 übertrifft. Dennoch verzeichnen einzelne Weinbauern Ernteausfälle wegen Wespen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

«Die Voraussetzungen für ausgezeichneten Wein sind dieses Jahr sensationell», sagt Beat Felder, Fachmann für Weinbau beim kantonalen Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung. «Bisher war für mich 2003 das beste Weinjahr. Viele Anzeichen deuten aber darauf hin, dass das aktuelle Jahr diese Marke knackt», sagt der Weinfachmann. Bereit vor einem Monat war der Optimismus für ein Top-Jahr bei den Weinbauern gross (Ausgabe vom 27. August). Nun sind die ersten Trauben geerntet und die Winzer in ihrer positiven Zuversicht bestärkt.

Hervorragende Werte

Beim Seeburghof in Luzern betreiben Markus und Monika Reinhard auf einer Fläche von 5500 Quadratmetern Weinanbau mit den beiden Weissweinsorten Solaris und Johanniter. «Wir sind sehr, sehr zufrieden. Sowohl qualitativ wie auch quantitativ ist es ein Rekordjahr für uns. Wir rechnen mit 3000 Flaschen Wein», sagt Markus Reinhard. Auch die diesjährige Wespenplage konnte den Trauben nichts anhaben: «Dank Schutznetzen haben wir keine Schäden durch Wespen.» Der Solaris weise mit 102 und der Johanniter mit 84 Grad Oechsle hervorragende Werte auf, so Reinhard. In Oechsle-Grad misst man den Zuckergehalt im Traubenmost.

Auch Toni Ottiger aus Kastanienbaum, der mit 7 Hektaren und elf Weinsorten regional grösste Produzent, freut sich auf ein sehr gutes Weinjahr: «Wir erwarten einen wirklich guten Jahrgang mit sehr gesunden Trauben.» Die bisherige Weinernte verlief problemlos. «Wir mussten kaum Trauben aussortieren», so Ottiger. Die Messung des Zuckergehalts betrage beim Riesling-Silvaner zwischen 75 und 85 und beim Solaris 100 bis 110 Grad Oechsle. Wegen des hohen Zuckergehalts der Trauben wurde heuer früher geerntet: «Ein hoher Zuckergehalt bedeutet auch ein höherer Alkoholgehalt. Für einen Apérowein mit ungefähr 12,5 Volumenprozent Alkohol ist ein allzu hoher Oechsle-Grad deshalb nicht wünschenswert. Entsprechend früher konnten wir dieses Jahr die Trauben ernten», erklärt Ottiger.

Ernteausfall wegen Wespen

Von einem sensationellen Sommer spricht auch Karl Sigrist vom Weingut Letten in Meggen. «Der Traubensaft ist sehr gehaltvoll und fruchtig – die Voraussetzungen sind sensationell.» Doch für den Weinbauern hatte der gute Sommer auch seine Schattenseite. «Die Schäden durch Wespen sind bei uns enorm. Ich rechne mit bis zu 20 Prozent Ernteausfall», so Sigrist.

Kühle Nächte geben Wein Aroma

Weinfachmann Beat Felder kennt die vielfältigen Gründe für das Top-Weinjahr. Er spricht von optimalen Bedingungen in den Monaten Juli, August und September. «Wir hatten dank des sonnigen Sommers klimatische Bedingungen wie in den besten Weinbaugebieten Europas», so Felder. Zudem war die Niederschlagsmenge sehr gering. «Der September ist dieses Jahr trockener als die Monate Juli und August.» Dies habe sich optimal auf den Zuckergehalt und den Gesundheitszustand der Trauben ausgewirkt: «Die Haut der Beeren ist viel dicker als im Vorjahr. Es gibt kaum Traubenfäulnis, und auch die lästige Kirschessigfliege haben wir dank dem trockenen Wetter im Griff.» Die kälteren Nächte im September würden zudem den Aromaausbau fördern und den Säureabbau bremsen.

«Bei den bisher geernteten Trauben mussten kaum Beeren aussortiert werden. Die Ernte war dieses Jahr doppelt so schnell wie im letzten Jahr», sagt Felder. Einzig die vielen Wespen, die die süssen Beeren fressen, hätten vereinzelt für Probleme gesorgt. Die Schäden durch Wespen haben aber auf die Ernte für die Region Luzern nur einen marginalen Einfluss. «Die Weinbauflächen sind erneut um 10 Prozent gewachsen und tragen somit entscheidend zu einer neuen Rekordmenge bei. Auf rund 15 Hektaren wird in Luzern und Umgebung momentan Wein angebaut. Der Anteil der Bio-Weine und pilzwiderstandsfähigen Sorten ist dabei überdurchschnittlich hoch», weiss Felder.

Mehltau und Nässe im letzten Jahr

Auch die übrigen regionalen Winzer erfreuen sich an der diesjährigen Ernte. «Die Reben und Trauben sind im Gegensatz zu anderen Jahren absolut gesund. Das gibt sicher einen Top-Wein», sagt Josef Bieri vom Weingut Schloss Meggenhorn. Diesem Urteil schliesst sich Benno Schwager vom Bio-Weingut Sitenrain in Meggen an.

Seit vier Jahren bauen in Horw auf einer Hektare auch Heidi und Walter Deschwanden Wein an und prognostizieren einen Top-Jahrgang. «Letztes Jahr hatten die Reben wegen Mehltau und Nässe gelitten. Dieses Jahr sieht es aber sehr gut aus», sagt Heidi Deschwanden.

In die regionale Winzer-Gilde haben sich in den letzten Jahren auch Cornelia Sticher aus Ebikon und die Rebbaugenossenschaft Sonnenberg in Kriens eingetragen. Die Qualität der erstmals geernteten Trauben in Kriens verspricht einen guten Wein (Ausgabe vom 11. September). Auch Cornelia Sticher freut sich auf ihren zweiten Jahrgang: «Die Ernte verspricht einen grossartigen Wein.»

Yves Portmann

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.