Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ERÖFFNUNG: Wandern vor den Toren der Stadt Luzern auf dem Rontaler Höhenweg

Von der Stadt direkt ins Grüne: Das soll ein neu ausgeschilderter Wanderweg im Rontal ermöglichen. Das Interesse am Eröffnungstag war gross. Der Weg bietet auch wirtschaftliche Perspektiven.
Manuel Burkhard
Wanderer auf dem neu eröffneten Rontaler Höhenweg. (Bild: Philipp Schmidli (Root, 6. Mai 2018))

Wanderer auf dem neu eröffneten Rontaler Höhenweg. (Bild: Philipp Schmidli (Root, 6. Mai 2018))

Manuel Burkhard

region@luzernerzeitung.ch

Über Stock und Stein, tief unten der Talboden. Das Wort «Höhenweg» verspricht ein Erlebnis irgendwo zwischen abenteuerlich und halsbrecherisch; purer Genuss für die einen, eine Schreckensvorstellung für die anderen. Zum Glück können Letztere ihre Wanderlust (das Vorhandensein einer solchen vorausgesetzt) auch etwas zivilisierter befriedigen. Seit diesem Wochenende verfügt das Rontal über einen Höhenweg. Die Initiative kam von der Gemeinde Gisikon, die Umsetzung war ein Gemeinschaftsprojekt der Anrainergemeinden Honau, Gisikon, Root, Dierikon und Ebikon, gemeinsam mit dem Gemeindeverband Luzern Plus. «Die Gemeinden erstellten und unterhalten die Wegabschnitte», erklärt Projektleiterin Nathalie Mil.

Der Höhenweg folgt dem bestehenden Wegnetz. Zur Idee sagte Bernard Hinderling, Vertreter von Wanderwege Schweiz: «Wir wollen zeigen, dass man nicht nur in den Alpen wandern kann, und stadtnahe Naherholungsgebiete zugänglich machen.»

Höhenweg ist kein lockerer Spaziergang

Die rund 50 Wanderer, die an der Eröffnung in Ebikon zugegen waren (in Honau waren es gemäss Angaben dort Anwesender 200 bis 300 Leute), waren vom Konzept überzeugt. Das klassische Naherholungsgebiet in der Region ist der Hundsrücken auf der gegenüberliegenden Talseite. «Ein markierter Weg zieht sicher auch Leute an», meinten Rösli und Adolf Inglin aus Ebikon. «In den Ferien folgen wir auch immer gerne den markierten Höhenwegen.» Für andere wiederum bringen solche Wegmarkierungen neue Ideen. «Wir probieren ihn als Joggingstrecke aus», erklärten Rita Fassbind und Karl Inglin aus Luzern. Sie überzeugt die gute ÖV-Anbindung: die Bushaltestelle Unterlöchli liegt direkt am Weg. So kommt man rasch von der Stadt ins Grüne.

In stetem Auf und Ab zieht sich der Weg über Wiesen und durch Wälder dem Hang entlang. Die weiss-grünen Wegweiser führen einen zuverlässig. Doch warum ist dort eigentlich ein Frosch abgebildet? Nathalie Mil löst das Rätsel auf: «Das Rontal mit seinen Tobeln ist ein Feuchtgebiet, und der Weg führt an zwei Biotopen vorbei.» So erschien der Frosch passend. Insbesondere die Tobel sind es, die echtes Wandergefühl aufkommen lassen. Hier sind die Wege eng und steil. Das bedeutet, dass gutes Schuhwerk angebracht ist – und auch, dass einige Teilstücke nicht für Kinderwagen oder Velos geeignet sind. Wer den ganzen Weg wandert, legt 12 Kilometer und 450 Höhenmeter zurück. Ganz ohne Schweiss geht es also auch im Mittelland nicht. An einigen Orten empfiehlt es sich, den Blick direkt auf den Wegrand zu richten. Auf dem Hof Neufildere hat die Familie Riedweg ein charmantes, kleines Selbstbedienungscafé.

Hofläden hoffen auf die Wanderer

Ein bisschen weiter führt der Weg am Hof Widacher der Familie Wigger vorbei. Zusätzlich zum bestehenden Hofladen, wo unter der Marke Biobijou ihre eigenen Produkte feilgeboten wird, hat Stephan Wigger anlässlich der Eröffnung des Höhenwegs einen Rastplatz mit Getränken und Glaces eingerichtet. «Wir hoffen, dass durch den Höhenweg mehr Wanderer hier vorbeikommen, was den Bekanntheitsgrad unserer Marke noch steigern würde.»

Die gleiche Hoffnung hegt Stephan Koch, der auf dem Hof Obermettlen zusätzlich zum bestehenden Eventraum nun auch eine Auswahl verschiedener Produkte in Selbstbedienung anbietet. Der Auftakt schien gelungen zu sein, die Warteschlange vor Kochs Grill war lang. «Dass so viele Leute kommen würden, habe ich nicht erwartet», so Koch.

Der Pfad mit den Froschwegweisern hat also das Interesse der Bevölkerung bereits am Eröffnungstag geweckt. Obwohl oder vielleicht gerade weil dieser Höhenweg gar nicht so hoch und steil ist. Über den Alltag im Tal erhebt er einen allemal.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.