Besuch in Luzerner Alters- und Pflegeheimen wieder möglich, wenn Heime denn wollen

Bewohner von Altersheimen dürfen wieder besucht werden – unter strengen Auflagen. Von Normalität ist man aber noch weit entfernt.

Roseline Troxler
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Eine sogenannte Besuchsbox im Alters- und Pflegeheim Kirchfeld in Horw.

Eine sogenannte Besuchsbox im Alters- und Pflegeheim Kirchfeld in Horw.

Bild: Philipp Schmidli (17. April 2020)

Die Freude dürfte bei den knapp 5000 Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen im Kanton Luzern gross sein. Nach rund sieben Wochen mit rigidem Besuchsverbot gibt es ab Montag eine leichte Lockerung. Bewohner können in definierten Besucherzonen ihre Angehörigen treffen. Allerdings steht es den Heimen frei, das Besuchsverbot aufrechtzuerhalten.

Roger Wicki, Präsident von Curaviva Luzern, sagt zur Lockerung: «Für die Heimbewohner ist es schön, wenn sie ihre Besucher wieder im selben Raum sehen. Das bedeutet einen grossen Unterschied.» Dennoch handle es sich noch immer um ein sehr eingeschränktes Besuchsrecht. «Von der Normalität sind wir noch weit entfernt.» Er hofft, dass eine weitere Lockerung bald möglich sein wird.

Definierte Zeitfenster und keine Berührungen

Denn für einen Besuch ist eine Anmeldung Pflicht. Es gibt genau definierte Zeitfenster und es dürfen nicht mehr als zwei Personen pro Bewohner zu Besuch kommen. Im Seeblick in Sursee, wo Wicki die Geschäftsleitung innehat, dauern die Zeitfenster eine halbe Stunde. Roger Wicki sagt:

«Wir haben schon viele Anfragen von Angehörigen erhalten.»

Man müsse nun Erfahrungen sammeln und könne daher im Moment noch nicht mehrere Zeitfenster pro Person bewilligen. Der Abstand von zwei Metern muss in der Besucherzone durch Stellwände oder Möbel gekennzeichnet werden. Körperkontakt zwischen Besuchern und Bewohnern ist nicht erlaubt. Zudem werden die Kontaktdaten der Besucher erfasst. Kinder und Jugendliche dürfen Bewohner derzeit allerdings nicht besuchen.

Leiter von Curaviva hofft, dass Pflegeheime Besuche ermöglichen

Rund die Hälfte der Pflegeheime hat laut Roger Wicki in den letzten Wochen kreative Lösungen gefunden, damit sich Bewohner und Familienangehörige trotz Besuchsverbot sehen konnten. Dies war aber nur unter strengen Auflagen und ohne persönlichen Kontakt möglich. Dafür wurden etwa Boxen im Garten aufgestellt. Nun kann der Besuch wieder in der Räumen der Heime stattfinden. Dies sei bisher nur in speziellen Ausnahmen erlaubt worden, etwa bei Sterbenden. Wicki hofft, «dass nun alle Pflegeheime Besuche wieder ermöglichen». Denn er unterstreicht: «Das Besuchsverbot ist eine massive Einschränkung in die Grundrechte der Heimbewohner.» Daher bedauert er es, dass der Kanton Luzern die Heime nicht zur Lockerung verpflichtet.

«Wir haben grosses Vertrauen in die Heime»

Erwin Roos, Departementssekretär beim Gesundheits- und Sozialdepartement, erklärt: «Aus gesundheitlichen Gründen kann ein Betrieb am Besuchsverbot festhalten.» Man hofft aber, dass nun zurückhaltende Heime mitziehen. Bedingung für die Lockerung sei ein betriebliches Schutzkonzept. «Wir haben grosses Vertrauen in die Heime, dass sie Bewohner und Mitarbeiter genügend schützen. Das liegt in ihrem ureigenen Interesse.»